Spaghetti, die heilen

Das schnellste Essen der Welt ist Pasta mit Salbei-Butter. Schon Alfred der Große (nämlich Biolek), der Vater aller Kochsendungen (und das als Nicht-Gelernter), hatte dieses Gericht stets kräftig beworben. Der Ruf von Salbei als Hustenmedizin und der schreckliche Geschmack mancher Hustenbonbons haben mich viele Jahre davon abgehalten, es mal auszuprobieren.

Irgendwann war der Hunger mal wieder groß, Zeit und die Verfügbarkeit von im Haus befindlichen Zutaten knapp, und ich machte mich einfach ans Werk. Ließ Butter mit einem Klecks Rapsöl in der Pfanne zerlaufen und gab eine Handvoll saubere Salbeiblätter hinein. Als diese ihre Farbe veränderten, gab ich die gekochten Spaghetti sowie gemahlenen Pfeffer hinein. Hab das einfach geschwenkt und fertig war das Essen. Und es war lecker! Inzwischen werfe ich am Anfang noch zwei Knobi-Zehen in die Pfanne (nicht zerdrücken!), gebe mit der Pasta zwei, drei Löffel des Kochwassers in die Pfanne und auch eine gute Handvoll geriebenen Hartkäse. Je nach Geschmack kann das ein Gruyere sein oder ein Parmesan. Gestern habe ich einen Käse aus Menorca, S’arangi, gewählt. Sehr lecker.

Salbei, lat. Salvia officinalis, ist ein wirkliches Heilkraut. Auf der lesenswerten Website heilkraeuter.de steht ausführlich beschrieben, wofür und wogegen man ihn anwenden kann. Unsere Freundin Kerstin Doelle, eine Opernsängerin, schwört auf das Trinken von Salbeitee, um die Stimme geschmeidig zu halten.

Den Salbei oben hat uns Opa Z. geschenkt. Er (der Salbei, nicht der Opa) hat in diesem Jahr wieder geblüht (siehe unten). Blühende Kräuter soll man ja eigentlich nicht mehr verwenden, denn ihnen fehlt die Kraft, die die Pflanze fast gänzlich in die Blüten steckt. Die Blätter an den blühenden Zweigen sehen dann auch kleiner und fleckig aus – im Gegensatz zu denen ohne die schönen violetten Blüten.

Und das ist ein Supermarkt-Salbei, den ich im frühen Frühjahr für das Fensterbrett gekauft und dann in den Garten gepflanzt habe. Er hat sich nach einiger Zeit des Mickerns gut gemacht, nur geblüht hat er noch nicht. Die Blätter sind etwas heller als die vom Opa-Z.-Salbei.

Und Shakespeare dichtete für sein Wintermärchen:

Lavendel, Minze, Salbei, Majoran,
die Ringelblum‘, die mit der Sonn‘ entschläft
und weinend mit ihr aufsteht: Das sind Blumen
aus Sommers Mitte, die man geben muß
den Männern mittlern Alters.

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