Mühlhausen und das öffentliche Grün

Ihr Lieben,

lange war ich nicht am Start hier im Gartenblog. Unter anderem, weil der Gatte und ich wieder mal verreist waren. Kurzentschlossen haben wir drei Tage in der thüringischen Stadt Mühlhausen verbracht.

Eine echte Überraschung war dieses Mühlhausen. Am Wochenende haben wir die ausgedehnte Altstadt erkundet, deren Größe noch von der Zeit kündet, als Mühlhausen eine viel bedeutendere Handelsstadt als Leipzig war. Bis 1808 war Mühlhausen immer eigenständig, hatte schon im Hochmittelalter eine nah gelegene Burg niedergemacht, damit der Burgherr nicht mal auf die Idee käme, die Stadt zu erobern. Ein gallischer Schachzug also 😉

Leider konnte ich nur zwei Handyfotos von dem wirklich sehr schönen und sorgsam ausgesuchten und gepflegten Straßenbegleitgrün machen:

Es war überhaupt auffällig, wie abwechslungsreich und originell in Mühlhausen Kübel und Rabatten  im öffentlichen Raum bepflanzt waren. Die machen da alles richtig, so meine persönliche Meinung. Als Angestellte bei einer Stadtverwaltung weiß ich: Pflege des öffentlichen Grün verschlingt große Summen. Aber es ist erwiesen, dass öffentliches Grün Verbrechensraten reduzieren kann und zur Gesundheit der Anwohner beiträgt. Ein informativer weiterführender Link ist u. a. www.die-gruene-stadt.de

Ein weites Feld, das ich sicher in späteren Posts immer wieder beackern werde.

Zuvor aber noch ein Tipp für Euren Aufenthalt in dem schönen Mühlhausen: In der Altstadt, unweit der Thüringen-Therme, liegt das umsichtig sanierte Küsterhaus. In dem kleinen Fachwerkhaus befinden sich eine wunderbar eingerichtete Ferienwohnung und ein kleines Restaurant, in dem der vom Gault Millau ausgezeichnete, sehr freundliche Simon Raabe täglich außer mittwochs köstliche Menüs zaubert. Bestellt bitte vor.

So – und nun gehts wieder in den Garten!

Giardino di Pojega in Negrar (akt. 2018)

Zu den schönsten Gärten Italiens gehört der Garten Pojega der Winzerfamilie Rizzardi.
Er liegt im Ortsteil Pojega der 17.000 Einwohner-Stadt Negrar, nur ein paar Fahrminuten von Verona entfernt.
Zum Garten gehört eine Villa, die man für Feierlichkeiten mieten kann.
Umgeben ist der Garten von einer hohen Mauer, an der man wunderbar entlang spazieren und die anliegenden Weinberge ins Auge fassen kann.

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Touristische Hölle – kulinarischer Himmel

Ich werde Schelte bekommen für meine Einschätzung zum Örtchen Limone sul Garda, weil diese nicht bedingungslos positiv ist.

Stellt sich der noch nicht in Italien Gewesene eine italienische Kleinstadt vor, würde sie für ihn wahrscheinlich wie Limone aussehen: enge Gässchen, turbulentes Straßenleben, Piazza mit Cafés. Bei unserem ersten Aufenthalt am Gardasee scheuten wir den Besuch in dem Örtchen am Westufer, denn jeder Reiseführer empfahl zwar einerseits, Limone zu erkunden, meist jedoch mit Beisätzen, wie „Im Sommer müssen die Einwohner […] mit täglich bis zu 10.000 Touristen fertig werden, die Limone geradezu überschwemmen.“ „Touristische Hölle – kulinarischer Himmel“ weiterlesen

Ein Veilchen auf der Wiese stand

Da kam der Gatte, pflückte es und erbat sich von mir die Zubereitung von
Veilchenzucker.
Veilchen sammeln und auf eine durchlässige Unterlage betten.
Sorgfältig durchtrocknen lassen. Geduld, Geduld.
 Sanft mit Zucker mischen und…

…in eine Küchenmaschine befördern.

Huh, jetzt dreht’s ganz gewaltig.

Durchsieben, damit die Kelchblätter nicht mit in den Zucker gelangen.

Abfüllen.
Wie Ihr seht, hat man nicht viel Ertrag. Es ist allerdings nicht viel Aufwand, diesen Veilchenzucker zuzubereiten und der Duft ist herrlich, einfach unbeschreiblich.

Na holla die Waldfee!

Stellt Euch das mal vor: männliche und weibliche Geschlechtsorgane an einer Pflanze. Kein Wunder, dass DAS dabei herauskommt:

Ein prall-glänzender Zucchino, eine dralle Zucchina. Jaja – nix mit Zucchiniiii!
Das sagen nur die sprachunbegabten Allemannen, sutschini. notschi. der babbaratsi. zwei kapputschienohs. God save Bastian Sick and his Zwiebelfisch. ʦʊˈkiːnɔ oder ʦʊˈkiːna heißt es richtig.

Da nun die richtige Pronunziation geklärt ist, kann ich zum überschwänglichen Loben dieser Pflanze übergehen: In einen Topf mit undurchlässiger Erde gepackt, hat sich das kleine Zucchino/a-Pflänzchen zum einem Pracht-Kerl-Weib entwickelt. Die leicht stachligen, kräftigen, fordernd wachsenden Blätter ragen mittlerweile längst über Topfbreite hinaus. Lockend-tiefe, verheißungsvoll-gelbe Blütenkelche verführen unbedarfte Insekten zu Ambrosia-Gelagen. Leider blieb es trotz der heißen Monözie bei dieser einzigen wundervollen dunkelgrünen wohlschmeckenden Zucchino/a.

Schlaft gut und träumt etwas Schönes.

Übrigens: Ich fand es ja kürzlich total schlimm, wie ein Schrebergärtner über Zucchini als Unkraut ätzte, weil sie eben so unkompliziert ist und ausgezeichnet wächst. Immerhin ist es ja ein Nahrungsmittel und dafür sollte man doch dankbar sein. Wer schon einmal meine köstliche Spaghettisoße mit Zucchini gegessen hat, weiß, was ich meine.

Zitronig zum Glück

Könnt Ihr Euch noch an den Post Drei, zwei, eins – Deins! erinnern? Das war im Juli, als ich mich gerade erst in dieses Blog-Abenteuer gestürzt hatte. Die berühmte Arthurs Tochter hatte da gerade ein Gewinnspiel initiiert, bei dem man sich allerlei Dinge rund um die Zahl DREI ausdenken konnte. Zu gewinnen gab es nur tolle Dinge.

Heute war dann die Verlosung, zumindest wurde sie heute online gestellt: http://arthurstochterkocht.blogspot.de/2012/08/die-groe-verlosung-zum-dreier-geburtstag.html Bei Minute 7:15 Uhr fängt mein großes Gewinner-Glück an. Ich habe doch tatsächlich mit meinem Zitronenmelisse(wächst immer)-Pesto-Rezept einen KitchenAid-Blender gewonnen! Ist ein Mixer. Wusste ich auch nicht. Mit diesem kann ich in unserer Küche nun Zitronenmelisse-Pesto machen, Zucchini-Suppe und Gazpacho mixen und, und, und.

Bei Arthurs Tochter möchte ich mich ganz herzlich für diese witzige Gewinnspiel-Idee und natürlich den Gewinn bedanken.

Bis zum nächsten Mal.

Drei, zwei, eins – Deins!

Dieser Post ist ein Geschenk. An Euch alle und an Arthurs Tochter ganz besonders. Es feiert nämlich nicht nur ihr cooler Blog http://arthurstochterkocht.blogspot.de/ Geburtstag, sondern auch sie selbst, und dann haben sie und ihr Gatte auch noch dritten Hochzeitstag!

Das sind ja drei Dinge auf einmal? Jaaaa! Und deshalb gibt’s virtuelle Geschenke. Von mir nur ein kleines Rezept, aber hoffentlich freut sie sich trotzdem:

Zitronenmelisse wächst in wirklich jedem Garten, meist mehr, als man davon haben möchte. Dabei ist sie für allerlei Gerichte gut zu gebrauchen. Im Sommer mache ich gern damit Zitronenmelisse-Pesto.

Dazu nimmst Du eine gute Handvoll von gewaschenen Melisseblättern und gibst sie mit Öl (kann Oliven- oder Rapsöl sein), gerösteten Pinien- oder Sonnenblumenkernen und einer halben Knoblauchzehe sowie Meersalz in einen Küchenzerkleinerer. Du kannst auch den Pürierstab nehmen. Wenn alles gut kleingehäckselt ist, gibst Du noch etwas frisch gemahlenen (logisch) Pfeffer hinzu und schmeckst mit frischem Zitronensaft ab. Gerne kannst Du auch etwas Zitronenabrieb zugeben. Und nun fehlt noch der Käse. Es sollte ein Hartkäse sein, der nicht zu kräftig schmeckt. Heute hatte ich schon mal den spanischen S’arangi erwähnt, der wäre ganz gut geeignet. Er wird fein gerieben und zu den anderen Zutaten gegeben. Umrühren und schon ist das Pesto fertig. Es passt hervorragend zu geröstetem Schwarzbrot und gegrilltem Fisch.

Entschuldigt, dass ich keine genauen Mengenangaben machen kann. Ich bereite das Pesto immer aus dem Handgelenk zu. Ihr merkt schon, wenn noch etwas fehlt.

Und über die Zitronenmelisse als Heilkraut erfahrt Ihr viel Wissenswertes hier.