Gefunden! Conca dei rododendri in Trivero

Unglaublich. Wenn man weiß, wo man suchen muss, findet man die „conca dei rododendri“, die Mulde der Rhododendren in den Bergen Norditaliens, ganz fix. Wenn.

Vor unserer Reise nach Turin hatte ich in Onlinekarten nach Gärten und Parks in der Nähe der Stadt gesucht. Und die conca dei rododendri gefunden. Sie sollte etwa eineinhalb Stunden von der piemontesischen Hauptstadt entfernt liegen, die amerikanische Suchmaschine nannte auch eine Adresse für das Navigationsgerät.

Über die Strada Provinciale 232 fuhren wir in der zweiten Maiwoche auf der vorgeschlagenen Route. Je höher wir kamen, um so kühler wurde es und um so mehr Rhododenren wuchsen an der Straße. Es waren wirklich riesige Sträucher, die in den kräftigsten Farben blühten. Uns war also klar: So falsch konnten wir nicht liegen. Trotzdem war nicht klar, wo der eigentliche Park conca war, denn es gibt quasi keine Ausschilderung dafür. Nach einem Halt auf dem Berggipfel, auf dem wir frierend im Regen standen und auch hier vergeblich nach einem Schild zur conca suchten, kehrten wir frustriert um. Der Gatte stoppte auf der Fahrt ins Tal nach ein paar Kurven auf einer kleinen Asphaltfläche und erspähte prompt das wichtige, aber eben leider winzige Schild:

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Ab diesem Punkt erschloss sich schließlich die Anlage für uns. In einem Tal, umsäumt von grün- und rotlaubigen Gehölzen, wachsen Hunderte verschiedenfarbiger Rhododendren. Über einen Holzweg ist die gesamte Mulde erschlossen, man läuft im wahrsten Wortsinn durch die Rhododendren.

Ab Mitte Mai muss es ein überwältigender Anblick sein, wie meine Bildersuche nach der Rückkehr an den heimischen PC ahnen ließ. Doch auch wir konnten uns schon einen ungefähren Eindruck von diesem gepflanzten Gemälde machen. Es ist wirklich erhebend, was da in den 1920er Jahren auf Initiative von Modefabrikant Ermenegildo Zegna entstanden ist.

Für die Anfahrt am besten folgende Adresse ins Navi eingeben: Trivero Fraz.baso, 13835 Trivero BI, Italien. Das ist ein Haltepunkt, an dem es Parkplätze gibt und von dem aus man sehr gut in die conca starten kann. Der Eintritt ist frei. (Stand: Mai 2018)

Strassoldo di Sopra

Eine Magnolie aus dem 14. Jahrhundert soll im Park der Oberen Burg von Strassoldo di Sopra stehen. Dieser Eintrag im Friaul-Reiseführer reichte, um uns bei unserem Urlaub im Oktober 2017 in das kleine Örtchen zu locken.

sdr

Leider ist der private Park, der im Kern noch aus der Renaissance stammt, nicht immer zugänglich, doch eine ältere Dame öffnete ihn extra für uns und ließ uns einen Blick auf dieses riesige Ziergehölz werfen. „Strassoldo di Sopra“ weiterlesen

Winterlingtage in Ostrau

Wie ein gelber Teppich erstrecken sich die Winterlinge unter den Bäumen im Schlosspark Ostrau. Die Knollenpflanze wächst zu Tausenden in der ausgedehnten Anlage, die täglich kostenfrei zu einem Spaziergang einlädt. Aktuell ist ein Teil des Parks gesperrt, da die letzten Stürme und Orkane auch hier viele Schäden verursacht haben. Trotzdem lohnt sich der Ausflug in den kleinen Ort der Gemeinde Petersberg, rund 20 Kilometer von Halle (Saale) entfernt. „Winterlingtage in Ostrau“ weiterlesen

Garten der Villa Pisani, Stra

Elf Hektar Land in einer Schleife des Flusses Brenta umgibt die 1,5 Kilometer lange Mauer um das Grundstück der Villa Pisani in Stra, nur wenige Kilometer von Padua entfernt.

Um in den Garten zu gelangen, muss man die im frühen 18. Jahrhundert errichtete Villa durchschreiten, die übrigens als schönste der Venezianischen Villen gilt. Napoleon war hier, Hitler und Mussolini trafen sich hier erstmals. All das habe ich erst nach unserem Besuch erfahren und trotzdem ist der Garten mir seltsam fremd geblieben und konnte in mir nicht die Begeisterung wecken, wie etwa der Garten Pojega in Negrar oder der Giardino di Valsanzibio. „Garten der Villa Pisani, Stra“ weiterlesen

Villa Fracanzan Piovene

Es war ja wieder eine Weile recht ruhig hier im Blog. Natürlich war ich im Garten, außerdem waren der Gatte und ich aber auch mal wieder verreist. In Norditalien haben wir diesmal zwar nur zwei Gärten besucht, doch die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Als erstes die Villa Fracanzan der Familie Piovene. Diese venezianische Villa findet Ihr in Orgiano in der Provinz Vicenza.

Vor der Villa erstreckt sich ein Garten mit Buchsbaumquartieren. Der Garten ist von einer niedrigen Mauer eingefasst, an der Zitronen, Cedra, Iris und Kräuter wachsen.

„Villa Fracanzan Piovene“ weiterlesen

Unendlich schön* – der Wörlitzer Park

Kennt Ihr den Wörlitzer Park? Er ist als Teil des „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“ seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe. Er gilt als erster deutscher Landschaftspark. Angelegt wurde er ab 1769 bis 1773, erweitert bis 1813. Ideengeber und Financier war Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau.

Es gibt im gesamten Gartenreich viel zu entdecken – wunderbare Schlösser, Gärten, Parks, Geschichten, Exponate. Eindrücke aus der ganzen Welt spiegeln sich wider.Und man kann in den wohl schönsten Ferienhäusern Deutschlands übernachten. Schaut einfach mal auf die Homepage.

Nun aber wieder zum Wörlitzer Park, der größten Anlage im Gartenreich.
Schaut Euch nochmal das Foto oben an, mit der goldenen Urne. In der Ferne seht Ihr rechts die evangelische St. Petri-Kirche, links die Synagoge (die übrigens der Großvater von Didi Hallervorden vor der Brandstiftung durch Nazis rettete, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Derartige Sichtachsen sind typisch für Landschaftsparks und in Wörlitz gab es mehr als 300, von denen viele in den letzten Jahren wieder hergestellt werden konnten.
Zudem sehen wir hier das Nebeneinander der Religionen, denn im Park ging es nicht nur um Erholung, sondern auch um Bildung. Sehr zeitgemäß, wie ich finde.

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