Giardino di Pojega in Negrar (akt. 2018)

Zu den schönsten Gärten Italiens gehört der Garten Pojega der Winzerfamilie Rizzardi.
Er liegt im Ortsteil Pojega der 17.000 Einwohner-Stadt Negrar, nur ein paar Fahrminuten von Verona entfernt.
Zum Garten gehört eine Villa, die man für Feierlichkeiten mieten kann.
Umgeben ist der Garten von einer hohen Mauer, an der man wunderbar entlang spazieren und die anliegenden Weinberge ins Auge fassen kann.

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Kapuze in Gefahr!

Im Sommer haben wir uns noch über die vielen weißen Falter in unserem Garten gefreut – die Kohlweißlinge flatterten fröhlich von einer Blüte zur nächsten.

Doch nun schaut Euch das an:

Die Raupen des Kohlweißlings fressen unsere Kapuze auf! Kaum, dass sie sich entlang des Bambusgestells hochgerankt hat und die Blattläuse endlich auch von ihr gelassen haben, begann das große Fressen. Unser Plan, einen Kapuzinerkresse-Butter-Vorrat für den Winter einzufrieren, droht kläglich zu scheitern, wenn die Biester so weitermachen.

Bekämpfen möchte ich die Raupen nicht. Man kann auf Vögel und Schlupfwespen hoffen, die die Raupen ihrerseits als Nahrung nutzen, und so das Problem biologisch lösen.

Es ist ein Kraut gewachsen!

Wisst Ihr, das Wichtigste in einem Garten sind eigentlich die Kräuter. Sie helfen gegen allerlei Leiden, würzen fast alle Speisen und schauen im besten Falle auch noch hervorragend aus.
Deswegen war ich auch überglücklich, dass der Waldmeister wieder erschienen ist.
Schaut mal…
Er enthält Cumarin (das macht ihn in großen Dosen etwas gefährlich) sowie Gerb- und Bitterstoffe.
In der richtigen Menge würzt er Bowlen und Limonaden.
Auch die Veilchen eignen sich wunderbar zum Verfeinern von Limonade oder Sekt. 
Für Veilchenzucker einfach 30 g getrocknete Veilchenblüten mit 100 g Zucker mischen und in der Küchenmaschine zerkleinern. 
Nicht so farbintensiv, aber wohlschmeckend, heilend bei Lungenleiden und im Beet als Polster eine Augenweide – der Feldthymian. Für Duftpfade im Garten ist er der perfekte „Belag“.
Der gelbe Verwandte ist der Zitronenthymian. Reibt man die Blättchen zwischen zwei Fingern ist schnell der typische Geruch bemerkbar. Fischgerichte und Obstsalate gewinnen durch den Einsatz dieses Heilkrauts.
Ganz unscheinbar sieht der Liebstöckel noch aus. Im Jahreslauf wächst er auf eine erstaunliche Größe heran und seine Stängel werden bis zu vier Zentimeter dick. Kocht man mit Liebstöckel (ich benutze ihn am liebsten getrocknet), kann man die Verwendung von Salz sparen. 

Ganz winzig ist auch noch die Pfefferminze. Erfrischend wirkt sie in kubanischen Mixgetränken, aber auch in Limonade. Ein großes Glas Tee am Abend macht glücklich! Dafür kann man frische Blätter nehmen, aber man sollte im Sommer stets viele Blätter ernten und trocknen, um über den Winter zu kommen.

Auch er hat es ohne zu Murren über den Winter geschafft und – wie berichtet – dann sogar als Vogelfutter gedient: der Salbei vom Opa Martin. Als nächstes möchte ich mal Rote-Beete-Gnocchi in Salbei-Butter kochen.
Schönen Sonntag noch!

Bund, bunt, bunt sind alle meine…

… Kapuzinerkresseblüten.
Hier ein paar Eindrücke von der letzten Kapuzenbutterproduktion meines Gatten. 

 Erst alles ganz fein hacken, sowohl die Blüten als auch ein paar von den jungen Blättern.
Dann mit weicher Butter vermengen, mit Salz, Pfeffer und frischem Knobi abschmecken und in Portionsförmchen einfüllen. Bestens eignen sich dafür die Mini-Eisbecher-Förmchen des arabischen Lebensmittelhändlers Al Di und – man mag es kaum glauben – aus einem Stück Butter bekommt man nur zwei dieser Förmchen voll. Der Aufwand lohnt sich aber wirklich, denn die Butter ist richtig lecker!
Probiert es einfach aus!

Grüne Hölle II

Was aussieht wie falscher Wein, ist das Kraut der UNSTERBLICHKEIT, Jiaogulan. Ein wucherndes, gleichzeitig aber sehr dekoratives Heilkraut aus China. Es gibt genug Internetseiten, auf denen man sich über die Pflanze und ihre Wirkungen informieren kann, z. B. bei Zauber-Kraut.

Für Gartenanfänger ist es aufgrund seiner einfachen Pflege sehr gut geeignet. Wir haben es seit einigen Jahren im Topf, wo es ausgezeichnet wächst. Im Boden breitet es sich halt sehr schnell aus, so ein bisschen wie in der grünen Hölle.

Aus den frischen Blättern kann man einen heilsamen Tee aufbrühen, der gut gegen schlechte Laune helfen soll. Im Herbst vergilben die Blätter dann und man kann furchtlos alles herunterschneiden. Die Pflanze treibt dann im darauffolgenden Jahr wieder aus.

Schönes Wochenende!

Zitronig zum Glück

Könnt Ihr Euch noch an den Post Drei, zwei, eins – Deins! erinnern? Das war im Juli, als ich mich gerade erst in dieses Blog-Abenteuer gestürzt hatte. Die berühmte Arthurs Tochter hatte da gerade ein Gewinnspiel initiiert, bei dem man sich allerlei Dinge rund um die Zahl DREI ausdenken konnte. Zu gewinnen gab es nur tolle Dinge.

Heute war dann die Verlosung, zumindest wurde sie heute online gestellt: http://arthurstochterkocht.blogspot.de/2012/08/die-groe-verlosung-zum-dreier-geburtstag.html Bei Minute 7:15 Uhr fängt mein großes Gewinner-Glück an. Ich habe doch tatsächlich mit meinem Zitronenmelisse(wächst immer)-Pesto-Rezept einen KitchenAid-Blender gewonnen! Ist ein Mixer. Wusste ich auch nicht. Mit diesem kann ich in unserer Küche nun Zitronenmelisse-Pesto machen, Zucchini-Suppe und Gazpacho mixen und, und, und.

Bei Arthurs Tochter möchte ich mich ganz herzlich für diese witzige Gewinnspiel-Idee und natürlich den Gewinn bedanken.

Bis zum nächsten Mal.

Ahnungslose, die

Ahnungslose, die. Auch: die Unwissende, die Ungebildete. Plural gibt es nicht, nur eine Personenzuordnung: Frau Fuchs. (Eintrag aus dem Kunksmuhmschen Wörterbuch.)

Es war einmal eine Frau. Die kam durch hier nicht zu nennende Umstände zu einem Haus und einem Grundstück, auf dem nicht nur zwei Altstadt-Reihenhäuser stehen, sondern auch ne Menge an Nebengebäuden. Zwischen diesen Gebäuden, die sich nahezu allesamt in einem recht kläglich Zustand befanden (und befinden), lag etwas, das die Bezeichnung Garten eigentlich nicht verdient hat:

Es gab eigentlich nur etwas Rasen, ein paar lieblos hingepflanzte Stauden, etliche hohe Nadelgehölze und einen Süßkirschbaum auf der ehemaligen Grundstücksgrenze, der von den Vorbsesitzern gnadenlos oben abgesäbelt worden war.

Die Frau bin ich und mein Gatte schritt im Frühjahr 2009 zur Tat: Er ließ eines Tages heimlich die Nadelbäume absägen. Als ich das bei meiner Heimkehr bemerkte, war ich ob des vermeintlichen Baumfrevels entsetzt, aber recht schnell war mir klar, dass es nun endlich Licht im „Garten“ gab. Die Wurzeln der Bäume blieben uns allerdings bis zur Erdaustauschaktion im Frühjahr 2012 erhalten.

Im Winter 2010/11 forderte der Gatte mich nachdrücklich auf, endlich einen Gartenplan anzufertigen, denn schließlich zeichne sich die Sanierung des Hauses ab, nach der wiederum der Garten „fällig“ wäre. Insgeheim verzweifelte ich. Ein Gartenplan? Pflanzen? Wege? Was? Wie? Warum???? Ich hatte einfach null Ahnung von der Materie und fasste einen simplen Plan.

Die (für mich) logische Konsequenz aus meiner Begeisterung für das 17. und 18. Jahrhundert, aus meiner jahrenlangen Arbeit in einem Barockschloss mit nettem Gärtlein und aus Besuchen in Pillnitz, Oranienbaum etc. war dann, meinen eigenen kleinen Barockgarten zu planen. Es macht natürlich vollkommen Sinn, sich als völlig Ahnungslose gleich ein solches Projekt ans Bein zu binden.
Haha.

Hier seht Ihr mal den ersten Plan:



Kaputt lachen könnte ich mich heute – ein Buchsparterre mit Ornamenten und einem „F“ wollte ich anlegen! Und der Gatte wünschte sich eine Grotte und für den eventuellen Nachwuchs eine Ritterburg  (Ich würde an dem Punkt mal unterstellen, dass der Nachwuchs männlich werden soll).
Wegekreuz und Buchseinfassungen haben wir tatsächlich umgesetzt, zumindest damit angefangen. Im April war ja der Erdaustausch und so sah es Mitte Juni (noch ohne Buchs) aus:

Im hinteren linken Quartier ist das Kräuterbeet angelegt, das muss es unbedingt geben, denn Kräuter verwende ich täglich. Im hinteren rechten Quartier wachsen Iris, Taglilien, irgendein Schilfgras als Sichtschutz und ab und an Rauke, Radieschen, Portulak, Salat sowie derzeit Tomaten und Paprika.

Das vordere rechte Quartier wird von unserem herrlichen Kirschbaum bestimmt. Den lieben wir heiß und innig, weil er Schatten und leckerste Kirschen spendet.

Das vordere linke Quartier ist völlig symmetrisch angelegt und entsprechend dem Anspruch des Barockgartens sollte es schön bunt sein, daher wächst bei uns vieles durcheinander, z. B. Salbei neben Rosen, Paprika neben Lavendel etc. Der Gatte meinte lakonisch zu mir „Probiere es einfach aus…“
Und so sah es Anfang August aus:

Ich hoffe, man kann etwas erkennen, zumindest vielleicht, dass alles noch etwas zusammen gewachsen ist. Der Brunnen, der für den Kreuzungspunkt der Wege gelant war, steht noch nicht und auch die Wege sind noch nicht befestigt, aber man braucht ja Ziele, oder?!

Inzwischen bin ich soweit weiterzuplanen, was allerdings bedeutet, dass es einen Garten wie in diesem Jahr nicht wieder geben wird. Die Grundanlage bleibt, doch es muss sich etwas ändern…

Sagte die Ahnungslose.