Endlich mal Rohkost!

Die Füchsin und Schrebergärten – eine Liebe auf den zweiten Blick. Ich bloggte mehrfach darüber.

In der vergangenen Woche gipfelte diese schräge Liebe in der zweistündigen Begehung der Jury des Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“, das ist DER Kleingärtnerwettbewerb Deutschlands.

Von den Kleingärtnern ist dabei Großes gefragt: Sie sollen Öffentlichkeitsarbeit machen und sich in die Stadt einbinden. Das ist gar nicht so leicht, denn gleichwohl die Anlagen auch mitten in der Stadt liegen und meist ständig zugänglich sind, gilt der Schrebergarten an sich doch eher als persönlicher Hort der Glückseligkeit des Pächters.

Unsere Wettbewerbsteilnehmerin, eine Ende der 1960er Jahre gegründete Anlage mit über 80 Parzellen, ist im Winter als Nachrücker in den Wettbewerb gerutscht. Der Vorsitzende ist Mitte 70, jung verliebt und fuhr eine Woche vor der Jury-Begehung mal glatt eine Woche in den Urlaub. In den letzten Monaten hatte er meine Versuche, ihm Hilfe bei der Vorbereitung anzubieten, stets unbeantwortet gelassen. Er reagierte einfach nicht.

Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub war klar: Es blieben nur noch zwei Tage Zeit und ich musste dem Vorsitzenden klar machen, dass es nichts bringen würden, den Jurymitgliedern zum zehnten Male Schnittchen zu servieren. „Horscht, schaut doch, was Ihr in Euren Gärten habt! Was trägt jetzt Früchte, was blüht jetzt? Das müsst Ihr auf die Tische stellen!“ Der Vorsitzende guckt mich an und verzieht keine Miene. Das wettergegerbte Gesicht bleibt unbewegt. Ich fange an zu zweifeln: Überfordere ich ihn? Bin ich zu forsch? Versteht er mich? Wenn ja, warum sagt er nichts? „Ja, ein paar Schalen mit Kirschen könnte ich hinstellen… Einen Kohlrabi auf dem Tisch dekorieren“ fängt er an Ideen einzubringen. „Genau! Und Ihr habt doch sicher Marmelade im Keller. Dann schneidet einfach etwas Baguette auf und präsentiert Eure Marmelade“.

Die Schalen mit Johannis- und Stachelbeeren, mit Zuckerschoten, Möhrchen, Radieschen und Kirschen waren DER Renner bei der Jury. „Endlich mal Rohkost!“ rief eine Dame, als sie das Obst und Gemüse entdeckte. Alle griffen gerne zu und knabberten die gesunden und frischen Köstlichkeiten aus den Schrebergärten. Viele der anderen Wettbewerbsteilnehmer servierten eben doch die altbekannten Schnittchen und Brötchenhälften oder grillten abends. Macht das mal 14 Tage mit – da geht Ihr auf wie ein Hefekloß und selbst die leckerste Thüringer Bratwurst schmeckt am fünften Tag hintereinander nicht mehr wirklich gut.

Ein I-Tüpfelchen setzte Horscht dann mit seiner Marmeladenverkostung. Etwa zehn verschiedene Fruchtkonfitüren, u. a. Kürbis und Hagebutte, standen auf dem Tisch und am Ende der zweistündigen Begehung war das Baguette vernascht 🙂 Auch, wenn diese kulinarische Abwechslung nicht in die Bewertung eingeht – da sollen Senioren- und Tafelgarten, Naturlehrpfad und die Zusammenarbeit mit den Kindereinrichtungen punkten – war es wohl für die siebenköpfige Jury eine erfreuliche Überraschung auf ihrer anstrengenden Tour durch Deutschland.

Zum Wettbewerb gibt es eine informative Homepage und sogar ein Online-Reisetagebuch.

Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago in Bogliaco di Gargnano

Schöner Wohnen. Ein Privatanwesen der atemberaubenden Art entdeckten wir an der Via della Libertà zwischen Limone und Gargnano.

Durchschnitten und begrenzt durch eben diese Straße der Freiheit (irgendwie schon absurd, oder?) liegt das Grundstück am Ufer des Gardasees – der 1751 nach dem Vorbild des Wiener Schlosses Schönbrunn errichtete Palazzo Bettoni Cazzago eingepfercht zwischen dem See und der Straße, und auf der anderen Straßenseite, erreichbar über zwei Steinbrücken, der Garten des Palazzo.

Ohne den Zebrastreifen würden man an der doch recht gut befahrenen Straße wohl lange auf die Möglichkeit zur Überquerung warten. Durch den offenen Türflügel konnte man in das Vestibül des Palazzo schauen. Bemalte Wände und eine Kutsche waren zu sehen, alles schien bewohnt, dabei aber nicht abgehoben oder versnobbt.

Laut Internet wird der Palast heute noch als Sommerwohn- und Unternehmenssitz der Grafenfamilie Bettoni Cazzago genutzt, die Weine und Olivenöle produziert. Graf Carlo Bettoni Cazzago soll um 1760 die Treibhäuser für Zitronen erfunden haben, die heute noch an den Hängen des Westufers des Gardasees zu finden sind.

 

 

Der Garten ist heute nicht öffentlich zugänglich. Im April 2012 hat dort eine Pflanzenmesse stattgefunden, die wohl jährlich wiederholt werden sollte. 2013 ist sie jedoch ausgefallen und auch für 2014 konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass im Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago eine solche Veranstaltung stattfand.

 

Trotzdem lohnt sich der Stop an der Via dellá Liberta, weil der prachtvolle Garten mit seinen fächerförmig angeordneten Buchsbaumquartieren und der beeindruckenden Treppenanlage mit den sich anschließenden Gewächshäusern es nicht verdient, dass einfach an ihm vorbeigefahren wird.

 

Garten am Kapitänspalast in Malcesine

Malcesine am Ostufer des Lago di Garda zählt wohl zu den bekanntesten Orten am See. In der Vor- oder Nachsaison wird man sich dort am ehesten wohlfühlen, da es im Sommer sehr voll wird.

Möchte man dem Trubel des netten Touristenörtchens entkommen, sollte man den Palazzo dei Capitani, also den Kapitänspalast in der Nähe des Corso Garibaldi aufsuchen.
Gegenüber einer Front von Lädchen und inmitten des Trubels aus bunten Reisegruppen ist das Portal des Palastes leicht zu übersehen. Doch findet man es und betritt das mittelalterliche Gebäude, kommt man schnell zur Ruhe, vor allem, wenn man das Gärtchen im Hof des Palastes erblickt.

Direkt am Ufer des Gardasees gelegen, befand sich hier früher die Anlegestelle für den Kapitän, heute noch an der Öffnung in der zinnenbewehrten Mauer und an den zum See führenden Treppen erkennbar.

In kleinen buchsbaumumsäumten Beeten wachsen vitale Palmen, umgeben von Wechselbepflanzung. Anfang Mai, als wir den Garten besuchten, war dies ein strahlend-bunter Teppich aus Stiefmütterchen, wirklich eine Freude für das Auge.

 

Nur am Rand sei erwähnt, dass auch hier an den Buchsbaumhecken die Spuren des Zünslers zu finden waren.

Der Kapitänspalast ist kostenfrei zu betreten, in einem Raum war außerdem eine Kunstausstellung zu sehen.
In einem kleinen Seitenbereich des Hofes gibt es eine einfache gastronomische Versorgung.

Lost in Sommacampagna

Der Gatte und ich reisten nicht unvorbereitet an den Gardasee, zu viele Stunden hatte ich mit der Suche im Internet nach Gärten und Parks in der Gardasee-Region und in Venetien verbracht.

Gleich der erste Ausflug erwies sich aber als Geduldsprobe. In Sommacampagna, einer Kleinstadt nahe des Flughafens Verona, sollte – laut Homepage des Verona-Tourismus http://www.tourism.verona.it/ – der öffentliche Park der Villa Venier in der Via Carlo Alberto 1 liegen.

Wir sind also losgefahren und unser Navi führte uns brav in die Via Carlo Alberti. Bei der Hausnummer 1 handelte es sich jedoch offensichtlich um das Rathaus, das auch in einer wunderschönen Villa untergebracht war, jedoch nur über einen kleinen Garten verfügte und also nicht unser eigentliches Ziel sein konnte. Es waren Bürgermeisterwahlen, Gesang schallte aus den Rathausfenstern und nach dem ersten Tag Italien sprach ich noch nicht annähernd gut Italienisch, um nach dem Weg zu fragen. Also hielt ich meinen Adresszettel einer Dame in der Gelateria am Markt hin und wir versuchten, aus der dann von ihr sehr ausführlich und sehr freundlich formulierten (italienischen!) Wegbeschreibung schlau zu werden. Und ja, es gelang. Die Villa Venier ist nämlich innerhalb des Ortes recht gut ausgeschildert, das hatten wir aber bei unserer Fahrt in den Ort vor Nervosität einfach nicht beachtet.

Die richtige Adresse ist also: Via 2 Giugno, 37066 Sommacampagna VR. Es gibt vor der Zufahrt zur Villa einen Parkplatz und ein großes Verbotsschild.

 

Wir haben das mit dem Hund wie folgt gedeutet: Ohne Halsband dürfen Hunde nicht in den Park. Also haben wir Chamandi das Halsband angelegt und betraten unseren ersten italienischen Park in 2014. Es folgte recht schnell die Erkenntnis: Park + Italien = nicht per se ein Genuss. Warum?

Der Pflegezustand war eher unterdurchschnittlich.

Was mag diesem Baum passiert sein?

Wieso stellt man diesen Lichtmasten mitten auf den Platz? Es scheint sich um einen Park zu handeln, der von der Kommune als öffentliche Veranstaltungsfläche genutzt wird. Dagegen ist nichts zu sagen, aber die Anlage wirkte unaufgeräumt und schlecht in Schuss.

Die Bewässerungsgräben vermüllen.

Dabei gibt es so nette Details zu entdecken, wie diese Pferdetränke. Räusper – und den Verteilerkasten!

In den Nebengebäuden im Hof der Villa hausen jede Menge Tauben. Die Toiletten, in die man durch geöffnete Türen schauen konnte, wollte ich weder aus der Nähe sehen noch für diesen Blog fotografieren.

Fazit: Den Park der Villa kann man besuchen, muss man aber nicht. Ihr verpasst nichts, wenn Ihr nicht dort wart!
Damit haben der Gatte und ich den berühmten Griff ins Klo gleich am Beginn unseres Urlaubs abgehakt. Danach hatten wir nur noch schöne Gartenerlebnisse und über die blogge ich dann demnächst 🙂

 

Samstag im Garten

Nähen wollte ich heute und bin doch im Garten geblieben. Habe wunderschöne Entdeckungen gemacht:

Eine Schnecke erkundet die Dreimasterblume.
Neue Hauswurzsorten Mittagsblumen aus Italien.

Und hier wachsen die Hauswurze aus dem letzten Jahr,
darunter auch einheimische und ein Geschenk von
der lieben Nachbarin Jana. Danke, Jana!

Die lila Schwertlilien sind größer als meine Handspanne…

 … und hier erkennt man super, warum sie auch
Bartiris heißen 🙂

„Christiana“, eine recht junge Kordes-Züchtung,
blüht herrlich und duftet leicht nach Zitrus

„Nostalgie“ ist beim Aufblühen

 Endlich blühen die weißen Päonien, nachdem
wir sie vor 2 Jahren umgesetzt hatten. Die roten
zieren sich allerdings immer noch.

Pause auf der Liege. Hund Chamandi lauscht den Vögeln und
ob in der Gasse an der Stadtmauer ein Mensch oder Hund
vorbeigeht.
Sie fiel auf meine Schulter und dann ins Gras.
Ein Schlehen-Bürstenspinner, der als Raupe aufregender
aussieht als später als Falter.

Und hier noch ein italienisches Sedum.??
Früher fand ich den Hauswurz langweilig, aber mittlerweile
kann ich die Begeisterung des Gatten für die vielen
Sorten teilen.

Schönes Wochenende für Euch!
Eure Füchsin

Irre, die Irissen

Während der Gatte und ich in Italien weilten, wuchs hier der Garten wie irre. Inzwischen sind die Stauden teilweise schon riesig, wie etwa die Spornblume und der Lavendel.
Auch die verschiedenen Irissen (heißt das so?) blühen fast alle schon prächtig:

Ein Geschenk von Brunhilde. Vielen Dank, die Farbe ist bezaubernd.

 Ein Geschenk von Katrin. Die Blüten sind so herrlich blau, sehen sie
hier nicht aus wie Seide?

Auch diese zweifarbige Schönheit überließ uns Brunhilde.

Seit mittlerweile drei Jahren wächst eine Reihe gelber Iris‘
bei uns und fühlt sich pudelwohl.

Die Ecke der liegengebliebenen Baumaterialien hatte ich 2013
erstmals etwas verschönert. Wenn die Pflanzen gewachsen sind,
sieht der Platz natürlich noch besser aus.

Der Gatte hatte die Idee, die Schale mit dem Sedum zu verschönern.
Schaut doch originell aus, oder?

Irgendwie sieht der Garten von oben ziemlich wild aus.
Vielleicht erkennt Ihr das Wegekreuz oben rechts, wo die Hainbuchenlaube
entstehen soll.
Der Trittkräuterpfad schlängelt sich durch die Stauden, muss aber noch
in die Breite wachsen.
Es gibt immer noch viel zu tun…

Demnächst werde ich hier ein paar von unseren italienischen Gartenerlebnissen verbloggen – wir haben nämlich ganz schön viel erlebt 🙂

Bodenverbesserung

Unser Boden ist ja ziemlich Mist, also er ist schlecht. Das haben wir kürzlich durch einen Bodentest herausgefunden.

Also haben wir heute unseren Komposter um eine Schubkarre seines Inhalts erleichtert. Der Gatte streute gleich mal Hornspäne drauf, die ich dann flott unterhob.



Anschließend brachte ich die Mischung eimerweise auf das Staudenbeet und verteilte sie dort.
Die Amsel freute sich über die flüchtenden Kellerasseln und Regenwürmern, und morgen, ja morgen kann der Regen das Übrige tun und die Nährstoffe in unseren schlechten Boden spülen. Auf, dass sich unsere Stauden noch besser entwickeln. 🙂

Schönen Ostermontag noch für Euch!