Buchsen für den Griechen

Was ist eigentlich der Plural von Buchs. Buchse? Buchsen? Neiiiiiin, das würde ja heißen, dass wir heute 100 Schlüpfer in unseren Garten gepflanzt haben.

Der Gatte überraschte mich nach meiner Heimkehr (18:30 Uhr, nach zehn Stunden Arbeit) mit den Worten: „Guck ins Bad und zieh Dich um!“ Im Bad lag leider kein Kleidungsstück, das einen romantischen Abend versprochen hätte. Dort lag ein Plastebeutel, in dem sich wiederum ein feuchter Stoffbeutel mit gefühlt tausend kleinen Buchsabschnitten befand. Grün, unschuldig, dicht gedrängt warteten sie auf ihre Verarbeitung. Sollte diese heute nicht erfolgen, so Ines, die edle und ganz nette Spenderin (4000-qm-Garten, Sissinghurst-Fan), würden sie vertrocknen.

Also – frisch ans Werk, die unteren Blätter abgestreift (hat der Gatte getan), an diesem Ende mit einem scharfen Messer den Stil angespitzt (ich), Erde umgegraben (Gatte), teilweise den Rasen abgestochen (wir), Dünger ausgegeben und Löcher gestochen (Gatte), Buchsis gesetzt (wir). Teamwork at it’s best.

 

Die hungrige Ehefrau (also ich) plädierte zwischendrin 21:00 Uhr für einen Anruf beim Lieblinsgriechen, um dort Essen zu bestellen. „In 20 Minuten könnt Ihr es holen!“ 20 Minuten für die 50 letzten Buchsis??? Jaaaa, 20 Minuten für 50 Buchsis. Wir haben es geschafft, waren fünf vor halb beim Griechen und zehn nach halb am Gartentisch, von dem aus wir mümmelnd und süffelnd unsere Buchsis angeschaut haben.

Alle Arbeit war vergessen…

Alles in Butter

Schnell gemacht: Kapuzinerkresse-Butter.

Eine Handvoll Kapuzinerkresseblüten und -blätter, etwa vier bis fünf Stängel Schnittknoblauch und etwas Meersalz in ein weiches Stück Butter einarbeiten.

Sieht superschön aus, schmeckt fantastisch, kann man ein paar Tage aufheben und auch einfrieren.

Zum Beeindrucken vom Gatten, von Freunden und Gästen auf kleinen Brotscheiben servieren. Hmmm…

Schrebergarten – gleiche Erde, andere Welt?

Im ersten Post klang sie an – meine Skepsis gegenüber Schrebergärten und deren Besitzern und Pächtern. Schrullig und streng habe ich die Schrebergärtner immer eingeschätzt. Und schaut mal hier: die legendäre Puschel-TV-Sendung über eine Kleingartenanlage. Die gibt mir ja irgendwie recht.

Bei der Bewerbung um die LaGa 2015 habe ich dann ein paar Männer aus dieser „Szene“ kennengelernt, wie den Geschäftsführer des Kreiskleingartenverbandes und den Vorsitzenden des Landesverbandes. Mit dem herzlichen Bernd W. vom Kreisverband duze ich mich inzwischen. Und das ist gut so. Er erklärt mir viele Hintergründe, z. B. über die Fachberater, die sich ehrenamtlich ausbilden lassen und in den Sparten ihr Wissen weitergeben.

Bei uns gibt es Tausende von Schrebergärten. Sie wurden für Menschen angelegt, die in Neubaublöcke ziehen mussten, weil ihre Heimatdörfer für die Braunkohle abgebaggert wurden. Ein Dorf – eine Platte – ein Gang in der Sparte, das war nicht selten so.

Die Hochnäsigkeit gegenüber den Schrebergärtnern habe ich inzwischen abgelegt und fühle mit ihnen, wenn das örtliche Flüsschen Gärten und Lauben unter Wasser setzt oder der Vorsitzende einer Sparte, mittlerweile über 70 und Gatte einer pflegebedürftigen Ehefrau, den Vereinsvorsitz aufgeben muss.

Und sollte es andererseits wirklich nochmal einen unbelehrbaren Drittelteilungsfanatiker geben, dann wird diesen die Demographie belehren, denn vielen Sparten fehlt inzwischen der Gärtnernachwuchs. Man muss sich öffnen, wie in den Bunten Gärten Leipzigs.

Die Akelei, das unbekannte Wesen

Die Akelei, das unbekannte Wesen. Wie sie in unseren Garten kam, weiß kein Mensch. Aber sie blühte als erste von allen Pflanzen und legte immer wieder mit schönen blauen Blüten nach. Bis sich aus scheinbaren Knospen plötzlich runzlige hellbraune Kapseln bildeten.
Auch die voll unbegabte Gartenschnuspel (ich) merkte irgendwann, dass es sich bei den Runzeldingern wohl um Samenkapseln handeln muss. Selbige habe ich Anfang Juli in einem Briefumschlag über Kopf gedreht und ausgeklopft. Mal schauen, ob ich aus den schwarzen Kügelchen nächstes Jahr Akelei-Nachwuchs ziehen kann.

Im Schatten unterm Kirschbaum ist eine Akelei eingegangen, die am Sonnenstandort wuchs jedoch wie Hanne. Die Blätter verfärben sich mit dem Blüh-Ende vom satten Grün zum dunklen Blauviolett, sieht ganz schön aus. Die „Wassersammelnde“ heißt der Pflanzenname übersetzt. Hat aber nichts mit dem Trinkbedarf der Akelei zu tun, denn ich glaube, sie kommt auch mit weniger feuchtem Boden aus.

Abschließend sei noch bemerkt (ein guter Blogger schreibt nur 250 Zeichen, haha, das werd ich wohl nie schaffen), dass mein Opa Z. immer Akelei gesagt hat, was Oma Z. heute auch noch tut. Also mit der Betonung auf der ersten Silbe. Gemeinhin sagt man wohl Akelei.

Schrebergärten sind blöd, Gartenarbeit überhaupt

Schrebergärten sind blöd, Gartenarbeit überhaupt. Dreckige Finger, das Zeug, was da wächst, kann man doch gleich im Laden kaufen und seine Zeit dann auch mit anderen Dingen totschlagen.

Hat der Gatte dann jedoch mühevoll 100 Tonnen Erde auf dem eigenen Grundstück getauscht, sieht die Welt anders aus. Sie möchte begrünt und gestaltet werden. Und das von Einer, bei der zwar die 6,99-Baumarkt-Phalaenopsis wächst wie Unkraut, das Verständnis für Gartenarbeit aber dabei endet, selbiges herauszuziehen. „Schrebergärten sind blöd, Gartenarbeit überhaupt“ weiterlesen