Villa Fracanzan Piovene

Es war ja wieder eine Weile recht ruhig hier im Blog. Natürlich war ich im Garten, außerdem waren der Gatte und ich aber auch mal wieder verreist. In Norditalien haben wir diesmal zwar nur zwei Gärten besucht, doch die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Als erstes die Villa Fracanzan der Familie Piovene. Diese venezianische Villa findet Ihr in Orgiano in der Provinz Vicenza.

Vor der Villa erstreckt sich ein Garten mit Buchsbaumquartieren. Der Garten ist von einer niedrigen Mauer eingefasst, an der Zitronen, Cedra, Iris und Kräuter wachsen.

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Unendlich schön* – der Wörlitzer Park

Kennt Ihr den Wörlitzer Park? Er ist als Teil des „Dessau-Wörlitzer Gartenreich“ seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe. Er gilt als erster deutscher Landschaftspark. Angelegt wurde er ab 1769 bis 1773, erweitert bis 1813. Ideengeber und Financier war Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau.

Es gibt im gesamten Gartenreich viel zu entdecken – wunderbare Schlösser, Gärten, Parks, Geschichten, Exponate. Eindrücke aus der ganzen Welt spiegeln sich wider.Und man kann in den wohl schönsten Ferienhäusern Deutschlands übernachten. Schaut einfach mal auf die Homepage.

Nun aber wieder zum Wörlitzer Park, der größten Anlage im Gartenreich.
Schaut Euch nochmal das Foto oben an, mit der goldenen Urne. In der Ferne seht Ihr rechts die evangelische St. Petri-Kirche, links die Synagoge (die übrigens der Großvater von Didi Hallervorden vor der Brandstiftung durch Nazis rettete, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Derartige Sichtachsen sind typisch für Landschaftsparks und in Wörlitz gab es mehr als 300, von denen viele in den letzten Jahren wieder hergestellt werden konnten.
Zudem sehen wir hier das Nebeneinander der Religionen, denn im Park ging es nicht nur um Erholung, sondern auch um Bildung. Sehr zeitgemäß, wie ich finde.

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Schlosspark Ebeleben

Immer wieder beeindruckend, wie Dörfer und Kleinstädte durch Burg- und Schlossbauten eine Aufwertung und Prägung erfahren haben. Berühmte Beispiele sind etwa Versailles, Vaux-le-Vicomte, Reinharz, Rheinsberg.

Bei unserem Ausflug nach Mühlhausen erkundeten wir natürlich die Umgebung und entdeckten dabei den Schlosspark Ebeleben, der es wert ist, von der Hauptstraße abzufahren und erkundet zu werden.

Hoffentlich lassen Euch die Handyfotos ahnen, welche Ausmaße und Schönheit diese Anlage hat. Der Barockgarten stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert, als er neben dem neu entstehenden Schloss angelegt wurde. Die Blütezeit samt Ausstattung verbindet sich allerdings mit der Mitte des 18. Jahrhunderts – prägend waren hier die Mühen des jungen Landesfürsten Christian Günther III. von Schwarzburg-Sondershausen, der in dem noch von der Renaissance geprägten Schloss aufgewachsen war, es im Rokokostil umbauen ließ und auch den Park mit Großstatuen ausstatten ließ.

 

Insgesamt 18 Höhenmeter werden mit der Gartenanlage überwunden. Oben seht Ihr das Rasenparterre, im Hintergrund die Orangerie, auf die der Schlosspark ausgerichtet ist. Unten seht Ihr die Rabatte aus Frauenmantel, die einen kleinen Wasserlauf versteckt.

 

Vor der Orangerie befindet sich der Hirschbrunnen mit Jagdmotiven. Unser Hund Chamandi war durch die vier Jagdhunde irritiert, obwohl sie doch von den steinernen Kollegen nichts zu befürchten hatte 😉

 

 

Als einziges Wasserbauwerk dieser Art ist die „Große Kaskade“ wohl das Beeindruckendste im Schlosspark Ebeleben. In DDR-Zeiten war die prächtige Anlage mit dem Schutt des 1945 zerbombten Schlosses aufgeschüttet worden. Erst ab 1997 begannen – übrigens im gesamten Garten – die Bemühungen, die bedeutende Anlage wieder ans Licht zu holen und dem historischen Wert durch eine Wiederherstellung gerecht zu werden.
Die Kaskade wurde am 2. Juli 2015 eingeweiht und wird immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr in Betrieb gesetzt. Wir hatten leider nicht das Glück, das Wasserspiel zu sehen.

 

Der Park gehört der Stadt Ebeleben und dem Diakonieverein Ebeleben-Sondershausen e. V., außerdem bemüht sich ein gemeinnütziger Parkverein um das Objekt. Förderungen sind wohl geflossen, u. a. von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, nichtsdestotrotz ist es für die doch kleine Gemeinde und den Diakonieverein sicher eine große Herausforderung gewesen, das Projekt zu realisieren. Dafür gebührt ihnen Anerkennung.
Als wir Mitte Juli 2015 dort waren, konnten wir das Gelände kostenfrei betreten und hatten auch den Hund dabei.

Schaugarten am Tiefwarensee

Eine ganz wundervolle Kombination von Schaugarten, Gärtnerei, Hotel, Café findet Ihr am Tiefwarensee in Waren an der Müritz.

In der Gärtnerei des Lebenshilfswerks Waren arbeiten u. a. Menschen mit Behinderung, auch das Hotel und das Café werden vom Lebenshilfswerk betrieben.

Ganze 16.000 qm Garten erwarten Euch dort, aufgeteilt in verschiedene Gartenräume, wunderschön am See gelegen.

Gekonnt spielt der Garten mit der Silhouette der am Ufer gegenüber gelegenen Altstadt. Es bestimmt diese der prägnante Turm der St. Marien-Kirche.

 

Auf dem Gelände stehen zwei Villen. Die näher am See gelegene bildet eine der Grenzen des formal angelegten Gartenteils, der als vierteiliges Parterre mit einem zentralen Brunnen ausgebildet ist. Moderne Skulpturen ergänzen das grüne Ensemble und in den Sommermonaten bereichern es zahlreiche mediterrane Kübelpflanzen. Rechts erkennt Ihr die Schaugewächshäuser.

 

Eine ganz wunderbare Idee ist dieser Zen-Garten, der an das 20-jährige Partnerschaftsjubiläum von Waren und der japanischen Stadt Rokkashomura erinnert.

 

 

Auch in den Schaugewächshäusern gibt es Allerhand zu entdecken. Der Besuch lohnt sich!

 

 

 

Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dass ein Warener Ehepaar für die Anlage des Gartens  einen fünfstelligen Betrag gespendet hatte, nach meiner Erinnerung waren es 30.000 Euro. Wahnsinn, oder?
Adresse: Lebenshilfswerk Waren gGmbH, Gärtnerei am Tiefwarensee, Wossidlostraße 7a, 17192 Waren (Müritz). Tel.: 03991 125641.
Eintritt: 3 Euro (Oktober 2014)
Wegen der Öffnungszeiten fragt Ihr am besten vorher per E-Mail an, walossek@lebenshilfswerk-waren.de. Eigentlich ist der Garten wohl tagsüber so ziemlich immer zugänglich, aber eh man umsonst hinfährt…

Giardino di Pojega in Negrar (akt. 2018)

Zu den schönsten Gärten Italiens gehört der Garten Pojega der Winzerfamilie Rizzardi.
Er liegt im Ortsteil Pojega der 17.000 Einwohner-Stadt Negrar, nur ein paar Fahrminuten von Verona entfernt.
Zum Garten gehört eine Villa, die man für Feierlichkeiten mieten kann.
Umgeben ist der Garten von einer hohen Mauer, an der man wunderbar entlang spazieren und die anliegenden Weinberge ins Auge fassen kann.

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Barockgarten Lichtenwalde

Zwischen Dresden und Chemnitz liegt am Fluss Zschopau der Barockgarten Lichtenwalde. Die parkähnliche Anlage erstreckt sich langgezogen vor dem Schloss, das Mitte der 1720er Jahre errichtet wurde. Der Garten selbst stammt aus dem Jahr 1730.
Seine zweite Blüte erlebte er ab 1954, als er – nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg stark verwildert war – wieder hergestellt wurde. In den 1990er Jahren erfolgte die Rekonstruktion nach den Originalplänen.

 

 

 

Zahlreiche Wasserspiele lassen ein leichtes und beschwingtes Flair entstehen.

 

 

Hainbuchenhecken und große Rhododendren sorgen für immer neue Eindrücke in der pittoresken Anlage.

 

 

 

Die durch das Zschopautal bedingten Höhenunterschiede im Gelände sind mit Treppenanlagen und Brunnen architektonisch gelöst worden.

 

 

Nördlich des Schlosses liegt die Orangerie.

 

 

Auch ein Kräutergarten ist vorhanden.
Und hier noch die wichtigsten Angaben:
Öffnungszeiten und Preis:
Von April bis Oktober geöffnet,
9.30 bis 18 Uhr.
Parkeintritt: 2,00 Euro für Erwachsene.
Hunde sind gestattet.
Adresse für Navi:
Schlossallee 1, 09577 Niederwiesa, OT Lichtenwalde
 
Im Garten selbst gibt es einen rustikalen und guten Imbiss am Konzertpavillon, im Barockschloss ein vernünftiges Restaurant mit regionalen Gerichten. Auch an der Allee kann man sich gut versorgen.

Giardino di Valsanzibio

Es gibt Orte auf dieser Erde, die scheinen einer anderen Zeit entlehnt oder auch in einer Art Parallelwelt zu existieren. Du betrittst diese Plätze, eroberst sie für sich, tauchst in sie ein und verlierst dich in ihnen. Danach spucken sie dich aus, entlassen dich in die Realität und du merkst: Nicht du hast sie erobert, sondern sie haben dich vereinnahmt und behalten auch ein Stückchen von dir.

Ein solcher Ort ist der Garten Valsanzibio. Südlich von Padua gelegen, findest du ihn bei den Eugeianischen Hügeln an der Strada Provinciale 25d im Ort Galzignano Terme. Während du noch im Auto vorbeifährst, ergreift schon das erste Entzücken von dir Besitz, nämlich wenn du das Dianaportal erblickst:

Es lässt dich erahnen, dass hinter ihm Stunden und Minuten belanglos sind und dass es nur der Anfang eines grünen Traums aus dem 17. Jahrhundert ist. Wenn du dein Fahrzeug abgestellt hast, begegnest du am Eingang einer freundlichen Kassenkraft und das ist dann auch mit Glück für die nächste Zeit das letzte menschliche Antlitz, das du hier siehst, denn erstaunlicherweise ist dieser besondere Ort nicht überlaufen.
Auf deinem entrückten Spaziergang beobachtest du die Schwäne im Dianabad und kommst am vierstrahligen Regenbogenbrunnen vorbei, der das Wasser in der Sonne vielfarbig glitzern lässt.
Diese Querachse nimmt den Tallauf des Sankt Eusebius auf, der früher hier für Fischteiche aufgestaut wurde und der dem Gartentraum seinen Namen gab: Val San Zibio.
Der obere Fischteich ist pittoresk gelegen und bietet dir Gelegenheit, auf einer Bank Platz zu nehmen und auf den zurückgelegten Weg zu blicken. Wenn du magst, kannst du darüber nachdenken, wo du hier gelandet bist und was du gerade gesehen hast. Oder du lässt dich einfach fallen. An dieser Stelle würde es dich wahrscheinlich schon nicht mehr überraschen, wenn plötzlich eine Gondel auf dem Wasser schwimmt oder ein festlich gekleidetes Pärchen an dir vorbei schreitet. Du wärst schon jetzt völlig überzeugt, dass dies absolut seine Richtigkeit hat.
Irgendwann betrittst du die Hauptallee, jedoch nur, um links und rechts davon weitere Überraschungen zu entdecken, die dieser Garten für dich bereit hält. Das berühmte Buchsbaum-Labyrinth etwa…
… oder die Kanincheninsel…
…. Du schaust nach rechts und dein Blick verliert sich zwischen den langen Eibenhecken …

 

… Und nach links blickend bist du nun endgültig davon überzeugt, nicht länger auf dieser Welt zu sein oder eine Fata Morgana zu sehen. Schlendern und doch zielstrebig spazierst du auf das Gebäude zu, um vor dessen Erreichen nur von einem weiteren wunderschönen Wasserspiel abgelenkt zu werden.

 

Der Springbrunnen der Verzückung – wie könnte er auch anders heißen? – macht eben das. Er verzückt dich. Du drehst dich, um alle Statuen anzuschauen, entdeckst die beiden Löwenbrunnen, die wasserumspülten Bänke und Stufen. Wer denkt sich so etwas nur aus? fragst du dich. Es war Bernini, Luigi Bernini.

Endlich trittst du an den schmiedeeisernen Zaun, der die Villa Barbarigo vom öffentlichen Garten abscheidet. Auch hier gibt es einen Garten mit formalen Hecken, der ausschließlich den Mietern der Villa zugänglich ist. Ja, die Villa kannst du mieten, doch seien wir ehrlich – du würdest verrückt werden darin, wie die Galerie erahnen lässt. Verrückt, weil es so etwas doch gar nicht geben kann – solche Teppiche an den Wänden, Gemälde, Hunderttausende Bücher. Worte können nicht beschreiben, was den Gast dort erwartet.

 

Nun, irgendwann musst du diesen Ort verlassen und deswegen ist es gut, wenn ein paar irdische Dinge, wie ein Shop und die Werkzeuge des Gärtners, dich daran erinnern, dass du weder im 17. Jahrhundert noch auf einem anderen Planeten angekommen bist.

 

Traumhund im Traumgarten:

 

 

Auf dem Rückweg zum Ausgang noch eine letzte Aufnahme vom oberen Fischteich.

 

 

Und hier noch die Fakten (Stand: Frühling 2014):
Giardino di Valsanzibio
Via Diana, 2
35030 Galzignano Terme Padova
Italien
Der Garten ist täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Hunde sind erlaubt, wenn sie nicht zu groß sind, wenn sie an der Leine gehen und sich benehmen. Wir haben vorher per E-Mail angefragt und schnell eine Antwort erhalten, die ich ausgedruckt und vorgezeigt habe.
Erwachsene 9,50 €; Erwachsene in Gruppen 8,00 €; Jungen bis 14 Jahren 6,00 €; Schüler 6,00 €
e-mail info@valsanzibiogiardino.it
Tel. +39 049 9130042 – Cell 340 082584
PS: Spätestens in der Realität waren wir angekommen, als sich auf dem Parkplatz zwei Tanten lautstark aufregten „Neun Euro fünfzig wollen die hier haben für das bißchen Park!“ und in ihrem Münchner BMW davonbrausten. Auweia!