Ein Nachtrag zu den schönen Herbsttagen:
Autor: thegardeningfox
Der Floriade-Blues
Gartenabstinenz
Drei Tage auf Dienstreise, ohne PC, ohne Smartphone. Da besteht Handlungsbedarf, was aber ein anderes Thema ist.
Auf der Zugreise in die Grimm-dOCUMENTA-Stadt Kassel bin ich an vielen mitteldeutschen Gärten vorbeigefahren. Sie eint ein Stilmerkmal: die Gerade. Gerade Wege, gerade Beete, gerade Pflanzreihen. „Menschen, macht’s doch mal rund“ möchte man den Gartenbesitzern aus dem fahrenden Zug zurufen. Naja, es wird schon noch werden.
In den Schlosspark Wilhelmshöhe habe ich es leider nicht geschafft, was ich unbedingt nachholen muss. Wenn Ihr mal in Kassel seid, schaut ihn Euch an, genauso wie die Museen zur Sepulkralkultur, den Gebrüdern Grimm und zu Tapeten (ab 2013). Ansonsten sind die Märchenwälder in der Umgebung von Kassel wirklich märchenhaft…
Ich schaue aus den Fenster auf unseren Garten und denke trotz des verzauberten Hessenwaldes: endlich zu Hause!
Crossmediale Gartenbegeisterung
Wisst Ihr, ich verbringe mittlerweile einige Stunden am Tag im Internet und es gibt wirklich Tage, an denen ich das bedauere. Zu oft lässt man sich ablenken und auf mehr oder weniger sinnlose Seiten leiten.
Zwischen diversen Blogs, Facebook, Homepages, Xing und, und, und klickt man hin und her und wird oft auch von einem zum anderen verwiesen – Crossmedia eben.
Nicht neidisch werden!
In Südeuropa haben die einfach Mehl, Schwein, Glück. In Form von wunderbar groß und gesund gedeihenden Pflanzen. Da wächst der Oleander als Hecke, dort ein Hain mit Zitronenbäumen und schließlich hier die Bougainvillea als Strauch.
Na holla die Waldfee!
Stellt Euch das mal vor: männliche und weibliche Geschlechtsorgane an einer Pflanze. Kein Wunder, dass DAS dabei herauskommt:
Ein prall-glänzender Zucchino, eine dralle Zucchina. Jaja – nix mit Zucchiniiii!
Das sagen nur die sprachunbegabten Allemannen, sutschini. notschi. der babbaratsi. zwei kapputschienohs. God save Bastian Sick and his Zwiebelfisch. ʦʊˈkiːnɔ oder ʦʊˈkiːna heißt es richtig.
Da nun die richtige Pronunziation geklärt ist, kann ich zum überschwänglichen Loben dieser Pflanze übergehen: In einen Topf mit undurchlässiger Erde gepackt, hat sich das kleine Zucchino/a-Pflänzchen zum einem Pracht-Kerl-Weib entwickelt. Die leicht stachligen, kräftigen, fordernd wachsenden Blätter ragen mittlerweile längst über Topfbreite hinaus. Lockend-tiefe, verheißungsvoll-gelbe Blütenkelche verführen unbedarfte Insekten zu Ambrosia-Gelagen. Leider blieb es trotz der heißen Monözie bei dieser einzigen wundervollen dunkelgrünen wohlschmeckenden Zucchino/a.
Schlaft gut und träumt etwas Schönes.
Übrigens: Ich fand es ja kürzlich total schlimm, wie ein Schrebergärtner über Zucchini als Unkraut ätzte, weil sie eben so unkompliziert ist und ausgezeichnet wächst. Immerhin ist es ja ein Nahrungsmittel und dafür sollte man doch dankbar sein. Wer schon einmal meine köstliche Spaghettisoße mit Zucchini gegessen hat, weiß, was ich meine.
Grüne Hölle II
Was aussieht wie falscher Wein, ist das Kraut der UNSTERBLICHKEIT, Jiaogulan. Ein wucherndes, gleichzeitig aber sehr dekoratives Heilkraut aus China. Es gibt genug Internetseiten, auf denen man sich über die Pflanze und ihre Wirkungen informieren kann, z. B. bei Zauber-Kraut.
Für Gartenanfänger ist es aufgrund seiner einfachen Pflege sehr gut geeignet. Wir haben es seit einigen Jahren im Topf, wo es ausgezeichnet wächst. Im Boden breitet es sich halt sehr schnell aus, so ein bisschen wie in der grünen Hölle.
Aus den frischen Blättern kann man einen heilsamen Tee aufbrühen, der gut gegen schlechte Laune helfen soll. Im Herbst vergilben die Blätter dann und man kann furchtlos alles herunterschneiden. Die Pflanze treibt dann im darauffolgenden Jahr wieder aus.













