Eine Perle von Friedhof

Wundert Ihr Euch über den Post-Titel?

Wenn Ihr einmal den Stadtgottesacker von Halle (Saale) betreten habt, dann nicht mehr.

Die Stadt Halle und ihre Umgebung… Nun ja, ich bloggte bereits darüber. Eine Perle in dieser Gegend zu finden, ist genauso möglich, wie eine in einer Muschel zu finden. Doch ja, es ist möglich.

Ende Oktober 2013 folgen wir auf der Suche nach einem Nachmittagsspaziergangsziel dem Tipp von aus Halle stammenden Freunden und machen uns auf den Weg. Die Sonnenstrahlen weisen uns denselben.
Als das Navi das Erreichen des Ziels verkündet, können wir das erst kaum glauben, denn unüberwindbar hohe Mauern umgeben den Stadtgottesacker vor Halle und verbergen ihn vor den Blicken des Vorbeihastenden. Hinter diesen Mauern sind Arkaden angebaut, in denen die Grüfte bekannter Hallescher Persönlichkeit liegen, wie vom Gründer der Frankeschen Stiftungen August Hermann Francke und dem Historiker Johann Christoph von Dreyhaupt.

Hund Chamandi hat den Gatten im Griff 🙂
Ab 1557 wurde der Gottesacker angelegt und ist damit ein recht seltenes Beispiel eines deutschen Renaissance-Friedhofs. 
Die Stimmung dort zu beschreiben, fällt gar nicht so leicht. Durch die Abgeschiedenheit zwischen den hohen Mauern entsteht auf der überschaubaren Fläche eine märchenhafte eigene Welt, die ihre eigenen Geräusche zu scheinen hat, ihre eigene Luft; selbst auf dem Boden laufe ich, als liefe ich im Wald. Zwischen den Herbstsonnenstrahlen schweben die Blätter manchmal langsam herab, manchmal tanzen sie schnell zu ihren Freunden hinunter auf den schon dicht belaubten und wunderschön unaufgeräumten Boden. 
Auf dem Gottesacker fühlen sich viele Tiere wohl, wie die nächsten Fotos zeigen.

Dass Studenten für ihren Universitätsprofessor einen Grabstein setzen lassen, mutet im 21. Jahrhundert so seltsam an. Damals, also im 19. Jahrhundert, war das jedoch üblich und – ehrlich gesagt – wundert man sich auf diesem Friedhof bald über gar nichts. „Gleiche Erde, andere Welt“ ist einer meiner Lieblingssprüche und auf diesen Fleck unseres Planeten umfänglich zutreffend.
Eine der seltenen modernen Grabbepflanzungsgestaltungen.
Moos überall.

Tempus fugit.

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