Wir schlagen zurück!

Er ist wieder da. The Zünsler is back!

Erst waren es kleine grüne Krümel an den Buchsbäumen, die wir vor ein paar Monaten geschenkt bekamen und bereits vermeintlich mit Bi58 bekämpft hatten. Dann haben wir gestern auch Raupen entdeckt, diese eigentlich gar nicht so schlecht aussehenden grün-schwarz gestreiften kleinen Dinger, die mit unbändigem Appetit die Buchsis kahlfressen.

Unsere zweite Attacke führen wir nun mit „Calypso“ von Bayer durch. Leider hat es bald nach dem Aufbringen geregnet und nun müssen wir erst einmal prüfen, ob das Gift geholfen hat. Dabei hasse ich Gift im Garten!!!

Unsere Freunde U & F hat es nun auch erwischt. Sie haben zwei riesig große Buchskugeln, die außen noch völlig gesund aussehen und dabei innen schon ziemlich kahl gefressen sind. U war völlig paralysiert von der Verfressenheit der Tiere, die er zu Dutzenden von den großen Pflanzen abgelesen hat.

Was wir mit unseren drei befallenen Gesellen machen, ist unklar. Ich bin für’s Verbrennen, der Gemahl meint „Sie gehören zur Familie!“. Auf jeden Fall müssen sie kräftig beschnitten werden und zwar bis in das alte Holz, was ich dann im Frühjahr tun werde. Durch fleißiges Wässern und Düngen sollen sie danach wohl erneut gut austreiben.

Drückt bitte die Daumen.

Mörder und froh drüber

Ja, der Gatte und ich sind Mörder. Und wir sind froh drüber! Noch vor dem Aufbringen des zweiten Gifts haben wir festgestellt, dass keine Zünslerraupen an den Buchsis zu finden ist. Bi 58 hat demnach geholfen. Die Amseln und Spatzen in unserem Garten leben zum Glück auch noch.

Nun gilt es, den Buchs in den nächsten Wochen im Auge zu behalten. Der Zünsler taucht wohl bis zu drei Mal im Jahr wieder auf. Wenn also in der Nähe ein Gartenbesitzer nichts gegen den Befall tut, kann ein Falter erneut Eier auf unserem Buchs ablegen. Dann geht das Spielchen von vorn los. Zumindest aber die versehentlich eingeschleppten Zünsler im geschenkten Buchs haben wir eliminiert.

An dieser Stelle muss ich Euch aber darauf hinweisen, dass Bi 58 echt saugefährlich und eigentlich nur von Profis zu verwenden ist. Also lieber mal den freundlichen Schädlingsbekämpfer aus dem Heimatort bemühen…

Schönes Wochenende!

Darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Zünsler, Buchsbaumzünsler.
Ich bin eine fiese asiatische Raupe, die im Winter in von nichtsahnenden Arbeitskolleginnen der Gartenbesitzer geschenkten Riesenbuchsbäumen lauert und beim ersten Sonnenstrahl anfängt, sich zu bewegen und die Buchsblätter aufzufressen. 
Weil ich zudem eine nimmersatte Raupe bin, mache ich mich alsbald auch über das Gehölz des Buchsbaums her und futtere mich so fett und den Buchs kaputt.
Die Gartenbesitzer haben schon versucht, mich blöde Raupe mit Bi 58 zu vergiften, in dem sie dieses Gift auf die Buchsbäume sprühten und diese dann mit blauen Müllsäcken verhüllten.
Nach drei Tagen nahmen sie die Säcke ab und ich lachte sie an. Unter dem Sack war es so schön warm und ich habe mich richtig wohlgefühlt.
Die Frau, die den Blog hier schreibt, möchte den Buchs am liebsten verbrennen und mich und meine Kollegen wohl gleich mit. Der Mann von der Frau, die den Blog hier schreibt, hat heute ein weiteres Gift geholt, um mich zur Strecke zu bringen. Die Frau schweigt und denkt an das Gift, das es bisher in ihrem Garten nicht gab und die Vögel und die Frösche, die das Gift vielleicht auch fressen.
Und das alles wegen mir, der fiesen asiatischen Raupe.

Heckenheirat

Ich muss irre sein!

Letzte Woche einen WDR- Bericht über Kristin Lammerting und ihren 9000-qm-Garten gesehen. Den Entschluss gefasst, einen Knotengarten anzulegen. Buch bestellt und gelesen (absolut empfehlenswert!!!). Verzweifelt, weil in diesem Jahr der Knoten nicht realisierbar ist.

Ich habe wirklich eine Meise! Als absolutes Garten-Greenhorn ausgerechnet das so ziemlich Komplizierteste, was es gibt, haben zu wollen!

Diese verschlungenen Formen, das Über- und Untereinander, die sich zu einem geordneten Ganzen schlingende Unordnung, die Symbolik – ach, diese grünen Knoten sind einfach ein Traum.

To tie the knot – den Knoten festziehen – ist in Großbritannien eine Metapher für das Heiraten. Man verheiratet als Knotengärtner also die Hecken. Und die müssen nicht nur grün (Buchs), sondern können übrigens auch gelb und rot (Berberitze) sein.

Wenn ich mit der Heckenheirat loslege, berichte ich hier…

Ahnungslose, die

Ahnungslose, die. Auch: die Unwissende, die Ungebildete. Plural gibt es nicht, nur eine Personenzuordnung: Frau Fuchs. (Eintrag aus dem Kunksmuhmschen Wörterbuch.)

Es war einmal eine Frau. Die kam durch hier nicht zu nennende Umstände zu einem Haus und einem Grundstück, auf dem nicht nur zwei Altstadt-Reihenhäuser stehen, sondern auch ne Menge an Nebengebäuden. Zwischen diesen Gebäuden, die sich nahezu allesamt in einem recht kläglich Zustand befanden (und befinden), lag etwas, das die Bezeichnung Garten eigentlich nicht verdient hat:

Es gab eigentlich nur etwas Rasen, ein paar lieblos hingepflanzte Stauden, etliche hohe Nadelgehölze und einen Süßkirschbaum auf der ehemaligen Grundstücksgrenze, der von den Vorbsesitzern gnadenlos oben abgesäbelt worden war.

Die Frau bin ich und mein Gatte schritt im Frühjahr 2009 zur Tat: Er ließ eines Tages heimlich die Nadelbäume absägen. Als ich das bei meiner Heimkehr bemerkte, war ich ob des vermeintlichen Baumfrevels entsetzt, aber recht schnell war mir klar, dass es nun endlich Licht im „Garten“ gab. Die Wurzeln der Bäume blieben uns allerdings bis zur Erdaustauschaktion im Frühjahr 2012 erhalten.

Im Winter 2010/11 forderte der Gatte mich nachdrücklich auf, endlich einen Gartenplan anzufertigen, denn schließlich zeichne sich die Sanierung des Hauses ab, nach der wiederum der Garten „fällig“ wäre. Insgeheim verzweifelte ich. Ein Gartenplan? Pflanzen? Wege? Was? Wie? Warum???? Ich hatte einfach null Ahnung von der Materie und fasste einen simplen Plan.

Die (für mich) logische Konsequenz aus meiner Begeisterung für das 17. und 18. Jahrhundert, aus meiner jahrenlangen Arbeit in einem Barockschloss mit nettem Gärtlein und aus Besuchen in Pillnitz, Oranienbaum etc. war dann, meinen eigenen kleinen Barockgarten zu planen. Es macht natürlich vollkommen Sinn, sich als völlig Ahnungslose gleich ein solches Projekt ans Bein zu binden.
Haha.

Hier seht Ihr mal den ersten Plan:



Kaputt lachen könnte ich mich heute – ein Buchsparterre mit Ornamenten und einem „F“ wollte ich anlegen! Und der Gatte wünschte sich eine Grotte und für den eventuellen Nachwuchs eine Ritterburg  (Ich würde an dem Punkt mal unterstellen, dass der Nachwuchs männlich werden soll).
Wegekreuz und Buchseinfassungen haben wir tatsächlich umgesetzt, zumindest damit angefangen. Im April war ja der Erdaustausch und so sah es Mitte Juni (noch ohne Buchs) aus:

Im hinteren linken Quartier ist das Kräuterbeet angelegt, das muss es unbedingt geben, denn Kräuter verwende ich täglich. Im hinteren rechten Quartier wachsen Iris, Taglilien, irgendein Schilfgras als Sichtschutz und ab und an Rauke, Radieschen, Portulak, Salat sowie derzeit Tomaten und Paprika.

Das vordere rechte Quartier wird von unserem herrlichen Kirschbaum bestimmt. Den lieben wir heiß und innig, weil er Schatten und leckerste Kirschen spendet.

Das vordere linke Quartier ist völlig symmetrisch angelegt und entsprechend dem Anspruch des Barockgartens sollte es schön bunt sein, daher wächst bei uns vieles durcheinander, z. B. Salbei neben Rosen, Paprika neben Lavendel etc. Der Gatte meinte lakonisch zu mir „Probiere es einfach aus…“
Und so sah es Anfang August aus:

Ich hoffe, man kann etwas erkennen, zumindest vielleicht, dass alles noch etwas zusammen gewachsen ist. Der Brunnen, der für den Kreuzungspunkt der Wege gelant war, steht noch nicht und auch die Wege sind noch nicht befestigt, aber man braucht ja Ziele, oder?!

Inzwischen bin ich soweit weiterzuplanen, was allerdings bedeutet, dass es einen Garten wie in diesem Jahr nicht wieder geben wird. Die Grundanlage bleibt, doch es muss sich etwas ändern…

Sagte die Ahnungslose.

Das himmlische Kind

Wisst Ihr, was für meine Buchs-Stecklinge noch schlimmer als Sonne ist?

Sonne UND Wind. Selbst in diesen Tagen, in denen es hier nur etwa 24 Grad warm wird, trocknet der Wind, der Wind, das himmlische Kind alles aus. Für mich ist es eher ein Höllensturm, denn ziemlich viele von den mühsam gepflanzten Stecklingen haben es deshalb wahrscheinlich nicht geschafft.

Schnüff.

Buchsen für den Griechen

Was ist eigentlich der Plural von Buchs. Buchse? Buchsen? Neiiiiiin, das würde ja heißen, dass wir heute 100 Schlüpfer in unseren Garten gepflanzt haben.

Der Gatte überraschte mich nach meiner Heimkehr (18:30 Uhr, nach zehn Stunden Arbeit) mit den Worten: „Guck ins Bad und zieh Dich um!“ Im Bad lag leider kein Kleidungsstück, das einen romantischen Abend versprochen hätte. Dort lag ein Plastebeutel, in dem sich wiederum ein feuchter Stoffbeutel mit gefühlt tausend kleinen Buchsabschnitten befand. Grün, unschuldig, dicht gedrängt warteten sie auf ihre Verarbeitung. Sollte diese heute nicht erfolgen, so Ines, die edle und ganz nette Spenderin (4000-qm-Garten, Sissinghurst-Fan), würden sie vertrocknen.

Also – frisch ans Werk, die unteren Blätter abgestreift (hat der Gatte getan), an diesem Ende mit einem scharfen Messer den Stil angespitzt (ich), Erde umgegraben (Gatte), teilweise den Rasen abgestochen (wir), Dünger ausgegeben und Löcher gestochen (Gatte), Buchsis gesetzt (wir). Teamwork at it’s best.

 

Die hungrige Ehefrau (also ich) plädierte zwischendrin 21:00 Uhr für einen Anruf beim Lieblinsgriechen, um dort Essen zu bestellen. „In 20 Minuten könnt Ihr es holen!“ 20 Minuten für die 50 letzten Buchsis??? Jaaaa, 20 Minuten für 50 Buchsis. Wir haben es geschafft, waren fünf vor halb beim Griechen und zehn nach halb am Gartentisch, von dem aus wir mümmelnd und süffelnd unsere Buchsis angeschaut haben.

Alle Arbeit war vergessen…