Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago in Bogliaco di Gargnano

Schöner Wohnen. Ein Privatanwesen der atemberaubenden Art entdeckten wir an der Via della Libertà zwischen Limone und Gargnano.

Durchschnitten und begrenzt durch eben diese Straße der Freiheit (irgendwie schon absurd, oder?) liegt das Grundstück am Ufer des Gardasees – der 1751 nach dem Vorbild des Wiener Schlosses Schönbrunn errichtete Palazzo Bettoni Cazzago eingepfercht zwischen dem See und der Straße, und auf der anderen Straßenseite, erreichbar über zwei Steinbrücken, der Garten des Palazzo.

Ohne den Zebrastreifen würden man an der doch recht gut befahrenen Straße wohl lange auf die Möglichkeit zur Überquerung warten. Durch den offenen Türflügel konnte man in das Vestibül des Palazzo schauen. Bemalte Wände und eine Kutsche waren zu sehen, alles schien bewohnt, dabei aber nicht abgehoben oder versnobbt.

Laut Internet wird der Palast heute noch als Sommerwohn- und Unternehmenssitz der Grafenfamilie Bettoni Cazzago genutzt, die Weine und Olivenöle produziert. Graf Carlo Bettoni Cazzago soll um 1760 die Treibhäuser für Zitronen erfunden haben, die heute noch an den Hängen des Westufers des Gardasees zu finden sind.

 

 

Der Garten ist heute nicht öffentlich zugänglich. Im April 2012 hat dort eine Pflanzenmesse stattgefunden, die wohl jährlich wiederholt werden sollte. 2013 ist sie jedoch ausgefallen und auch für 2014 konnte ich keinen Hinweis darauf finden, dass im Giardino di Palazzo Bettoni Cazzago eine solche Veranstaltung stattfand.

 

Trotzdem lohnt sich der Stop an der Via dellá Liberta, weil der prachtvolle Garten mit seinen fächerförmig angeordneten Buchsbaumquartieren und der beeindruckenden Treppenanlage mit den sich anschließenden Gewächshäusern es nicht verdient, dass einfach an ihm vorbeigefahren wird.

 

Garten am Kapitänspalast in Malcesine

Malcesine am Ostufer des Lago di Garda zählt wohl zu den bekanntesten Orten am See. In der Vor- oder Nachsaison wird man sich dort am ehesten wohlfühlen, da es im Sommer sehr voll wird.

Möchte man dem Trubel des netten Touristenörtchens entkommen, sollte man den Palazzo dei Capitani, also den Kapitänspalast in der Nähe des Corso Garibaldi aufsuchen.
Gegenüber einer Front von Lädchen und inmitten des Trubels aus bunten Reisegruppen ist das Portal des Palastes leicht zu übersehen. Doch findet man es und betritt das mittelalterliche Gebäude, kommt man schnell zur Ruhe, vor allem, wenn man das Gärtchen im Hof des Palastes erblickt.

Direkt am Ufer des Gardasees gelegen, befand sich hier früher die Anlegestelle für den Kapitän, heute noch an der Öffnung in der zinnenbewehrten Mauer und an den zum See führenden Treppen erkennbar.

In kleinen buchsbaumumsäumten Beeten wachsen vitale Palmen, umgeben von Wechselbepflanzung. Anfang Mai, als wir den Garten besuchten, war dies ein strahlend-bunter Teppich aus Stiefmütterchen, wirklich eine Freude für das Auge.

 

Nur am Rand sei erwähnt, dass auch hier an den Buchsbaumhecken die Spuren des Zünslers zu finden waren.

Der Kapitänspalast ist kostenfrei zu betreten, in einem Raum war außerdem eine Kunstausstellung zu sehen.
In einem kleinen Seitenbereich des Hofes gibt es eine einfache gastronomische Versorgung.

Lost in Sommacampagna

Der Gatte und ich reisten nicht unvorbereitet an den Gardasee, zu viele Stunden hatte ich mit der Suche im Internet nach Gärten und Parks in der Gardasee-Region und in Venetien verbracht.

Gleich der erste Ausflug erwies sich aber als Geduldsprobe. In Sommacampagna, einer Kleinstadt nahe des Flughafens Verona, sollte – laut Homepage des Verona-Tourismus http://www.tourism.verona.it/ – der öffentliche Park der Villa Venier in der Via Carlo Alberto 1 liegen.

Wir sind also losgefahren und unser Navi führte uns brav in die Via Carlo Alberti. Bei der Hausnummer 1 handelte es sich jedoch offensichtlich um das Rathaus, das auch in einer wunderschönen Villa untergebracht war, jedoch nur über einen kleinen Garten verfügte und also nicht unser eigentliches Ziel sein konnte. Es waren Bürgermeisterwahlen, Gesang schallte aus den Rathausfenstern und nach dem ersten Tag Italien sprach ich noch nicht annähernd gut Italienisch, um nach dem Weg zu fragen. Also hielt ich meinen Adresszettel einer Dame in der Gelateria am Markt hin und wir versuchten, aus der dann von ihr sehr ausführlich und sehr freundlich formulierten (italienischen!) Wegbeschreibung schlau zu werden. Und ja, es gelang. Die Villa Venier ist nämlich innerhalb des Ortes recht gut ausgeschildert, das hatten wir aber bei unserer Fahrt in den Ort vor Nervosität einfach nicht beachtet.

Die richtige Adresse ist also: Via 2 Giugno, 37066 Sommacampagna VR. Es gibt vor der Zufahrt zur Villa einen Parkplatz und ein großes Verbotsschild.

 

Wir haben das mit dem Hund wie folgt gedeutet: Ohne Halsband dürfen Hunde nicht in den Park. Also haben wir Chamandi das Halsband angelegt und betraten unseren ersten italienischen Park in 2014. Es folgte recht schnell die Erkenntnis: Park + Italien = nicht per se ein Genuss. Warum?

Der Pflegezustand war eher unterdurchschnittlich.

Was mag diesem Baum passiert sein?

Wieso stellt man diesen Lichtmasten mitten auf den Platz? Es scheint sich um einen Park zu handeln, der von der Kommune als öffentliche Veranstaltungsfläche genutzt wird. Dagegen ist nichts zu sagen, aber die Anlage wirkte unaufgeräumt und schlecht in Schuss.

Die Bewässerungsgräben vermüllen.

Dabei gibt es so nette Details zu entdecken, wie diese Pferdetränke. Räusper – und den Verteilerkasten!

In den Nebengebäuden im Hof der Villa hausen jede Menge Tauben. Die Toiletten, in die man durch geöffnete Türen schauen konnte, wollte ich weder aus der Nähe sehen noch für diesen Blog fotografieren.

Fazit: Den Park der Villa kann man besuchen, muss man aber nicht. Ihr verpasst nichts, wenn Ihr nicht dort wart!
Damit haben der Gatte und ich den berühmten Griff ins Klo gleich am Beginn unseres Urlaubs abgehakt. Danach hatten wir nur noch schöne Gartenerlebnisse und über die blogge ich dann demnächst 🙂

 

Hruska, Heller, helle Freuden III (Schwarzer Bambus)

Nun also der nächste Post zum Gardino Botanico André Heller in Giardone Riviera am Gardasee.
Eigentlich sollte das der letzte sein, aber es gibt noch so viel Schönes zu zeigen.
Dabei wirken die Fotos, die ich Euch heute zeige, auf manche vielleicht sogar befremdlich. Im Giardino Botanico gibt es einen fast märchenhaften Wald aus schwarzem Bambus und in dem überschreitet man eine Brücke, auf der einen unvermutet Wasserstrahlen aus den Mündern zweier recht grauslig aussehender Köpfe treffen können.

 

 

 

 

Und dann eröffnet sich der Blick wieder auf das gewöhnte Grün, diesmal in beeindruckender Höhe:
Ciao!

 

Hruska, Heller, helle Freuden II

Heute nun also der zweite Post zum Giardino Botanico André Heller.

 

Die Azaleen standen im Mai in voller Blüte und waren in vielen Sorten im Garten vertreten.

 

Viel Pflege braucht es hier. Es gibt auch etwas Wechselbepflanzung, die bei unserem Besuch offensichtlich von Studenten übernommen wurde.

 

 

Immer wieder Wasser, um dieses üppige Grün gedeihen zu lassen.

 

Den nächsten Teil gibt es morgen.

 

Hruska, Heller, helle Freuden I

Giardino Botanico Arturo Hruska
Botanischer Garten André Heller
Ihr Lieben, am Gardasee gibt es für Hundebesitzer und Gartenfreunde ein Ziel, das man gesehen haben muss. Den botanischen Garten von Artur Hruska, ab 1901 angelegt, der mittlerweile von einer Stiftung des Künstlers André Heller unterhalten wird.
Für Euer Navi: Via Roma 2, Gardone Riviera
Der Ort liegt am Ostufer des Gardasees und der Garten ist gut ausgeschildert.
Genug Parkplätze sind vorhanden.
Aufgrund der Vielzahl der Eindrücke, die sich auf dem eigentlich recht kleinen Grundstück ergeben, werde ich diesem Besuch mehrere Posts widmen.

 

 Auf dem Grundstück herrscht ein feucht-warmes Binnenklima, das durch etliche künstliche Bäche und Teiche erhalten wird und die üppige Vegetation begünstigt.
Wir waren Anfang Mai dort, relativ früh am Morgen.
Insofern hielt es sich mit Besuchern in Grenzen, auf den schmalen Wegen kann es in der Hochsaison sicher eng werden.

 

 Die Wegeführung und die unterschiedlichen Höhenniveaus verschaffen dem Besucher ständig neue Eindrücke, ergänzt von der abwechslungsreichen Bepflanzung – etwa 500 Arten sollen hier vertreten sein.

 

Nun lasse ich erst einmal diese Eindrücke auf Euch wirken. Mehr gibt es im nächsten Post, doch hier noch ein paar wichtige Informationen für Euren Besuch:
Von März bis Oktober von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
Der Eintrittspreis betrug im Mai 2013 pro Person 10 Euro.
Der Zutritt mit Hund war gestattet.