Barockgarten Lichtenwalde

Zwischen Dresden und Chemnitz liegt am Fluss Zschopau der Barockgarten Lichtenwalde. Die parkähnliche Anlage erstreckt sich langgezogen vor dem Schloss, das Mitte der 1720er Jahre errichtet wurde. Der Garten selbst stammt aus dem Jahr 1730.
Seine zweite Blüte erlebte er ab 1954, als er – nachdem er nach dem Zweiten Weltkrieg stark verwildert war – wieder hergestellt wurde. In den 1990er Jahren erfolgte die Rekonstruktion nach den Originalplänen.

 

 

 

Zahlreiche Wasserspiele lassen ein leichtes und beschwingtes Flair entstehen.

 

 

Hainbuchenhecken und große Rhododendren sorgen für immer neue Eindrücke in der pittoresken Anlage.

 

 

 

Die durch das Zschopautal bedingten Höhenunterschiede im Gelände sind mit Treppenanlagen und Brunnen architektonisch gelöst worden.

 

 

Nördlich des Schlosses liegt die Orangerie.

 

 

Auch ein Kräutergarten ist vorhanden.
Und hier noch die wichtigsten Angaben:
Öffnungszeiten und Preis:
Von April bis Oktober geöffnet,
9.30 bis 18 Uhr.
Parkeintritt: 2,00 Euro für Erwachsene.
Hunde sind gestattet.
Adresse für Navi:
Schlossallee 1, 09577 Niederwiesa, OT Lichtenwalde
 
Im Garten selbst gibt es einen rustikalen und guten Imbiss am Konzertpavillon, im Barockschloss ein vernünftiges Restaurant mit regionalen Gerichten. Auch an der Allee kann man sich gut versorgen.

Giardino di Valsanzibio

Es gibt Orte auf dieser Erde, die scheinen einer anderen Zeit entlehnt oder auch in einer Art Parallelwelt zu existieren. Du betrittst diese Plätze, eroberst sie für sich, tauchst in sie ein und verlierst dich in ihnen. Danach spucken sie dich aus, entlassen dich in die Realität und du merkst: Nicht du hast sie erobert, sondern sie haben dich vereinnahmt und behalten auch ein Stückchen von dir.

Ein solcher Ort ist der Garten Valsanzibio. Südlich von Padua gelegen, findest du ihn bei den Eugeianischen Hügeln an der Strada Provinciale 25d im Ort Galzignano Terme. Während du noch im Auto vorbeifährst, ergreift schon das erste Entzücken von dir Besitz, nämlich wenn du das Dianaportal erblickst:

Es lässt dich erahnen, dass hinter ihm Stunden und Minuten belanglos sind und dass es nur der Anfang eines grünen Traums aus dem 17. Jahrhundert ist. Wenn du dein Fahrzeug abgestellt hast, begegnest du am Eingang einer freundlichen Kassenkraft und das ist dann auch mit Glück für die nächste Zeit das letzte menschliche Antlitz, das du hier siehst, denn erstaunlicherweise ist dieser besondere Ort nicht überlaufen.
Auf deinem entrückten Spaziergang beobachtest du die Schwäne im Dianabad und kommst am vierstrahligen Regenbogenbrunnen vorbei, der das Wasser in der Sonne vielfarbig glitzern lässt.
Diese Querachse nimmt den Tallauf des Sankt Eusebius auf, der früher hier für Fischteiche aufgestaut wurde und der dem Gartentraum seinen Namen gab: Val San Zibio.
Der obere Fischteich ist pittoresk gelegen und bietet dir Gelegenheit, auf einer Bank Platz zu nehmen und auf den zurückgelegten Weg zu blicken. Wenn du magst, kannst du darüber nachdenken, wo du hier gelandet bist und was du gerade gesehen hast. Oder du lässt dich einfach fallen. An dieser Stelle würde es dich wahrscheinlich schon nicht mehr überraschen, wenn plötzlich eine Gondel auf dem Wasser schwimmt oder ein festlich gekleidetes Pärchen an dir vorbei schreitet. Du wärst schon jetzt völlig überzeugt, dass dies absolut seine Richtigkeit hat.
Irgendwann betrittst du die Hauptallee, jedoch nur, um links und rechts davon weitere Überraschungen zu entdecken, die dieser Garten für dich bereit hält. Das berühmte Buchsbaum-Labyrinth etwa…
… oder die Kanincheninsel…
…. Du schaust nach rechts und dein Blick verliert sich zwischen den langen Eibenhecken …

 

… Und nach links blickend bist du nun endgültig davon überzeugt, nicht länger auf dieser Welt zu sein oder eine Fata Morgana zu sehen. Schlendern und doch zielstrebig spazierst du auf das Gebäude zu, um vor dessen Erreichen nur von einem weiteren wunderschönen Wasserspiel abgelenkt zu werden.

 

Der Springbrunnen der Verzückung – wie könnte er auch anders heißen? – macht eben das. Er verzückt dich. Du drehst dich, um alle Statuen anzuschauen, entdeckst die beiden Löwenbrunnen, die wasserumspülten Bänke und Stufen. Wer denkt sich so etwas nur aus? fragst du dich. Es war Bernini, Luigi Bernini.

Endlich trittst du an den schmiedeeisernen Zaun, der die Villa Barbarigo vom öffentlichen Garten abscheidet. Auch hier gibt es einen Garten mit formalen Hecken, der ausschließlich den Mietern der Villa zugänglich ist. Ja, die Villa kannst du mieten, doch seien wir ehrlich – du würdest verrückt werden darin, wie die Galerie erahnen lässt. Verrückt, weil es so etwas doch gar nicht geben kann – solche Teppiche an den Wänden, Gemälde, Hunderttausende Bücher. Worte können nicht beschreiben, was den Gast dort erwartet.

 

Nun, irgendwann musst du diesen Ort verlassen und deswegen ist es gut, wenn ein paar irdische Dinge, wie ein Shop und die Werkzeuge des Gärtners, dich daran erinnern, dass du weder im 17. Jahrhundert noch auf einem anderen Planeten angekommen bist.

 

Traumhund im Traumgarten:

 

 

Auf dem Rückweg zum Ausgang noch eine letzte Aufnahme vom oberen Fischteich.

 

 

Und hier noch die Fakten (Stand: Frühling 2014):
Giardino di Valsanzibio
Via Diana, 2
35030 Galzignano Terme Padova
Italien
Der Garten ist täglich von 10 bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Hunde sind erlaubt, wenn sie nicht zu groß sind, wenn sie an der Leine gehen und sich benehmen. Wir haben vorher per E-Mail angefragt und schnell eine Antwort erhalten, die ich ausgedruckt und vorgezeigt habe.
Erwachsene 9,50 €; Erwachsene in Gruppen 8,00 €; Jungen bis 14 Jahren 6,00 €; Schüler 6,00 €
e-mail info@valsanzibiogiardino.it
Tel. +39 049 9130042 – Cell 340 082584
PS: Spätestens in der Realität waren wir angekommen, als sich auf dem Parkplatz zwei Tanten lautstark aufregten „Neun Euro fünfzig wollen die hier haben für das bißchen Park!“ und in ihrem Münchner BMW davonbrausten. Auweia!

Spaziergang in Sirmione

Sirmione ist ein sogenanntes „must do“ am Gardasee. Empfehlenswert ist die frühe Anreise, um sich nicht mit Tausenden von anderen Touristen durch die Gassen dieser Halbinsel schieben zu müssen.

Tipp: Parkt nicht gleich auf dem östlichen (rechten) Parkplatz, sondern fahrt noch die 100 Meter weiter, dann kommt links einer, der näher an der Halbinsel liegt.
Für Spaziergänge ist die Altstadt von Sirmione, die praktisch identisch mit der Halbinsel ist, ideal geeignet. Im Parco Pubblico stehen Schatten spendende Bäume, an einem Teil des Sees selbst erlaubt ein Panoramaweg wundervolle Ausblicke. 
Wer es sich leisten kann, übernachtet im „Palace Hotel Villa Cortine“, die Fotogalerie auf der Homepage des Vier-Sterne-Hotels lässt erahnen, wie beeindruckend der große Garten an der Villa sein muss. Wir haben die Chance genutzt, durch das geöffnete Tor zu fotografieren, als gerade ein Gast eingefahren war. Zimmer kosten bis 890 Euro…
Für Maria Callas wären derartige Preise kein Problem gewesen, aber sie hatte gegenüber der Hoteleinfahrt eine eigene Villa:

Der öffentliche Park – er ist in recht gutem Pflegezustand – trägt deshalb ihren Namen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

Giganten in Peschiera

Über eine der schönsten Stadtanlagen am Gardasee 
verfügt der Ort Peschiera del Garda.
Seine Altstadt ist von Kanälen des 
Flusses Mincio umgeben,
so dass sich viele wunderbare Sitzgelegenheiten
und Fotomotive ergeben.
Etwas ungewöhnlich ist sicher unser Favorit,
aber diese Hauswurze haben uns wegen ihrer
Größe so beeindruckt, dass wir
sie fotografieren mussten.
Ich wünsch Euch noch einen
Sommersonntagabend!

Emotionen bei Emo

Etwa zwei Autostunden vom Gardasee entfernt liegt in der Provinz Treviso im Örtchen Fanzolo die Palladio-Villa Emo. Wohl in der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet, muss dieses Bauwerk damals in der ländlichen Umgebung beeindruckend gewirkt haben. Auf einer Achse und früheren Allee, die von der heutigen Strada provinciale 102 gen Norden führt, liegt der Mittelbau der Villa, der risalitartig vorspringt und durch eine groß dimensionierte Rampe zusätzlich betont wird.

 

Durchgang unter der Rampe
Der Patrizier Lunardo Emo gab die Anlage in Auftrag, die Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude vereinte. Die seitlichen Barchesse (Wirtschaftsgebäude der venetianischen Villen) sind flacher als das Haupthaus und bilden somit den harmonischen Übergang der Architektur zur Landschaft.
Arkadengang der westlichen Barchessa
Von dem ursprünglichen Renaissancepark ist nicht mehr viel erhalten, da im 19. Jahrhundert die Anlage eines Landschaftsparks erfolgte. Das Gelände vor und hinter der Villa ist heute recht formal gestaltet, während sich die Fläche zu den westlichen und östlichen Grundstücksgrenzen gestalterisch auflöst.
Hier sind die Hecken tiptop, vom Zünsler keine Spur.
Zitruspflanzen in Kübeln strukturieren die großen Rasenflächen.

 

 

Westliche Zypressenallee mit scharfkantig geschnittener Buchshecke.
 
Unser Spaziergang führte uns durch den Landschaftspark und dort entdeckten wir das. Ratet, was das ist oder vielmehr, was das war:

 

Richtig, das war ein Buchsbaumbusch. Hier wurde offensichtlich nicht gespritzt, sondern die Natur sich selbst überlassen. Wir sahen im westlichen Parkteil weitere derartige vom Zünsler vernichtete Buchsbäume. Es war ehrlich erschreckend, regelrecht schockierend. Andererseits ist es konsequent, denn wir wissen ja auch, wie die Hecken im formalen Parkteil gehalten werden können – nur durch literweise Gift!

 

Durch dieses ehemalige Tor gelangt man auf den äußeren Rundweg, auf dem 
man das gesamte Gelände ablaufen kann, sehr schön zu sehen bei Google Earth.

 

Die Rückseite der Villa ist noch nicht saniert

Für den Besuch des Parks ist Eintritt zu zahlen, der ist mit 1,50 Euro sehr günstig. Der Besuch der Villa kostet derzeit 6 Euro für Erwachsene. Wir haben die Villa selbst allerdings nicht besucht.

Adresse für das Navi: Via Stazione 5, Fanzolo, Treviso. Gegenüber des Eingangs liegt auch gleich die Auffahrt zum Parkplatz, der mit 1.000 Plätzen für alle Unmöglichkeiten gerüstet ist. Da das Gelände weitab vom Schuss liegt, wird man hier nie Menschenmassen antreffen.

 

Zu beachten sind unbedingt die Öffnungszeiten!
Mai bis Oktober: von Montag bis Samstag 15 bis 19 Uhr sowie sonn- und feiertags von 9.30 bis 12.30 Uhr und 15 bis 19 Uhr.
November bis April: von Montag bis Samstag 10 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr sowie sonn- und feiertags von 9 bis 12.30 und 14 bis 18 Uhr.
Da wir von unserer Unterkunft am Gardasee sehr zeitig losgefahren sind, hatten wir noch mehr als eine Stunde Zeit, bis der Park öffnete. In der Nähe fanden wir in einem – nun ja, sagen wir mal: funktionalen – Gebäude die Pizzeria da Mauro.
In einer Pizzeria erwartet man eigentlich nur Pizza, doch der Gatte fand auf der Speisenkarte TARTAR. Für ihn war die Entscheidung klar und diese hatte er absolut richtig getroffen. Der Wirt hat das Tartar so super und stimmig gewürzt, dass der Gatte verzückt mit den Augen rollte. Ich probierte und gab ihm recht. Der nette Wirt kam persönlich, um sich zu vergewissern, ob er bei der Speise alles richtig gemacht hat und da er früher mal in Deutschland war, konnten wir sogar ein bißchen plaudern.
Nur der Vollständigkeit halber sei gesagt:
Auch die Thunfischpizza war sehr köstlich!
 
Falls es Euch also einmal nach Castelfranco verschlägt, hier die genaue Anschrift:
PIZZERIA DA MAURO
32, Via Circonvallazione Est
31033 Castelfranco Veneto (TV)
Montag: 10 bis 15 Uhr, Mittwoch bis Freitag: 10 bis 15 Uhr und 18 bis 0 Uhr, Samstag 18.30 bis 0 Uhr sowie Sonntag von 18 bis 0 Uhr.

Touristische Hölle – kulinarischer Himmel

Ich werde Schelte bekommen für meine Einschätzung zum Örtchen Limone sul Garda, weil diese nicht bedingungslos positiv ist.

Stellt sich der noch nicht in Italien Gewesene eine italienische Kleinstadt vor, würde sie für ihn wahrscheinlich wie Limone aussehen: enge Gässchen, turbulentes Straßenleben, Piazza mit Cafés. Bei unserem ersten Aufenthalt am Gardasee scheuten wir den Besuch in dem Örtchen am Westufer, denn jeder Reiseführer empfahl zwar einerseits, Limone zu erkunden, meist jedoch mit Beisätzen, wie „Im Sommer müssen die Einwohner […] mit täglich bis zu 10.000 Touristen fertig werden, die Limone geradezu überschwemmen.“ „Touristische Hölle – kulinarischer Himmel“ weiterlesen

Alles Gute zum 100!…

… könnte ich mir heute sagen. So ziemlich genau nach zwei Jahren – am 8. Juli 2012 startete ich den Fuchs’schen Garten – ist das hier nun also der 100. Post.

Ein paar ständige Leser habe ich gewinnen können, davon kenne ich den einen oder anderen zwar, aber die Mehrzahl der Leser bleibt anonym. Danke, dass Ihr mitlest.

Verrückte Suchbegriffe führten Internetuser zu mir, in letzter Zeit wird jedoch wenig aufregend am meisten nach „kleinen lila Blüten“ gesucht. Ihr Lieben, im Zweifel ist es Unkraut.

Für mich ist der Blog auch die Möglichkeit, das Vielerlebte im eigenen oder in fremdem Gärten zu fixieren. Zuviel anderer Schnickschnack überlagert oft die Erinnerung an Schönes… Wenn’s hier einmal steht, dann steht’s 🙂

In dem Sinne geht es auch weiter. Gleich werde ich den 101. Post schreiben. Doch erst einmal grüße ich Euch Mitleser und last but noch least meinen Gatten, der mich im Garten und beim Bloggen unterstützt. Danke!