Die Dame mit dem roten Hut

Kennt Ihr das: In einem Buchladen oder bei Bekannten entdeckt Ihr ein Buch, dessen Titelbild Euch einfach fasziniert und neugierig genug macht, um es zu greifen und darin herumzublättern?

Auf der Leipziger Buchmesse ging es mir vor Jahren so. Zwischen allerhand anderen Büchern am Stand des Insel Verlags schaute mich von einem Buchcover eine elegant und selbstbewusst wirkende Dame an. Ihr großer Hut beschattete etwas ihr Gesicht, nahm ihr damit aber nichts von ihrer Autorität und aristokratischen Ausstrahlung. Das beim Durchblättern Entdeckte begeisterte mich sogleich für dieses gedruckte Schmuckstück, denn ja, so muss man es bezeichnen, dieses Buch „Die Damen mit dem grünen Daumen. Berühmte Gärtnerinnen“.

Es ist die von Claudia Lanfranconi und Sabine Frank sorgsam zusammengetragene Aneinanderreihung von biographischen Perlen über Frauen – Damen -, die in direkter Weise mit Gärten verbunden waren und sind. Denn obgleich sich der Großteil der stest vier bis fünf Seiten umspannenden Kurzberichte historischen Gartenfreundinnen widmet, sind mit Beth Chatto, Gabrielle Pape und Isabelle Van Groeningen drei Frauen erwähnt, die das Gartenwesen der Gegenwart prägen und sogar – wie Beth Chatto – den Grundstein für die moderne Gartenauffassung legten.

 Beim bekannten Online-Buchhändler landet Ihr mit Klick auf das Bild. Doch auch der freundliche Buchhändler am Ort bestellt es Euch gerne und das ganz ohne Versandkosten. :-)
Beim bekannten Onlinebuchhändler landet Ihr, wenn Ihr auf das Bild klickt. Doch auch der freundliche Buchhändler am Ort bestellt es Euch gerne und das sogar ohne Versandkosten. 🙂

Dass ich mir dieses Buch nie selbst kaufte, erscheint Euch vielleicht seltsam und mir auch. Doch das musste so sein. Beim letzten Salongespräch brachte es unsere gute Freundin C. als Geschenk mit (DANKE!); ihre Mutter hatte mich übrigens am gleichen Abend mit dem Buch „Bin im Garten“ erfreut. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd, als ich „Die Damen mit dem grünen Daumen“ auspackte. Nach Jahren hatten wir, das Buch und ich, endlich zusammengefunden.

Beim abendlichen Lesen war dann jedes Umblättern eine Freude, denn nicht nur entzückten mich die Miniaturbildnisse der Gärtnerinnen, sondern auch die Fotos der Gartenanlagen, die kleinen Zeichnungen zwischen manchen Absätzen und die Graphiken und Gemälde diverser Pflanzen. Abgesehen natürlich von den biographischen Skizzen der Damen, die den Leser wie nebenbei auf eine Reise durch die Kunstgeschichte entführen. Man merkt das aber gar nicht. Nein, man liest von Gärten, von den kleinen weiblichen Siegen in früherer Zeit, als selbstbewusste Damen gar nicht erwünscht waren und diese sich über ihre eigenen architektonischen Anlagen dann doch irgendwie ihre eigenen Denkmäler setzten. Und so en passant fließen Kunst- und Weltgeschichte ein und manchmal sogar ein kleines Fitzelchen Politik. Wie es eben im Leben nun mal so ist…

Lange Rede, kurzer Sinn. Lesen! Schauen! Träumen!

Auf "Los" geht’s los

Hach ja, in der Advents- und Weihnachtszeit wird gerne geschenkt und das ist ja auch gut so.

Heute schenke ich Euch 1. ein Rezept und 2. eine Gewinnchance.

Das Rezept ist ganz simpel und das Produkt superlecker: Apfelpunsch. Hier die Anleitung für 4 Becher:

Dafür nehmt Ihr 1 Liter Apfelsaft (naturtrüb aus Streubobstäpfeln) und setzt ihn mit 3 Nelken und 1/2 TL Zimt an. Packt die Gewürze am besten in einen Teefilter, damit es später nicht so grisselig schmeckt. Erhitzt das Ganze langsam. Dann in die Becher abfüllen, je Becher mit 2 cl Amaretto oder Rum auffüllen, einen Klecks Schlagsahne darauf und mit etwas Kakao bestäuben. Hmmmmm…

Wenn Ihr es weniger süß mögt, könnt Ihr den Apfelsaft auch 1:1 mit halbtrockenem oder trockenem Weißwein mischen, Apfelstücke zugeben und dann aber den Amaretto weglassen. 1:1 mit Sauerkischwein gemischt muss der heiße Apfelsaft ebenfalls sehr gut schmecken, doch so weit habe ich noch nicht getestet.

Die Gewinnchance habt Ihr seit heute wieder bei Anja von Gartenbuddelei. Sie haut in der Adventszeit einen Präsentknaller nach dem anderen heraus und ich wünsche mir ehrlich jedes Mal, dass ich gewinne. Doch man soll ja auch teilen, also teile ich eben die Gewinnchance mit Euch.

Wenn Ihr auf das Bild klickt, kommt Ihr direkt zum Post, unter den Ihr einen Kommentar schreiben und damit das Frühlingspaket gewinnen könnt. Und wer denkt bei dem Nebel heute nicht gerne schon an den Frühling?

Ihr Lieben, ich wünsche Euch viel Glück und möglichst wenig Stress in dieser Vorweihnachtszeit.

Eure Füchsin

Eine Perle von Friedhof

Wundert Ihr Euch über den Post-Titel?

Wenn Ihr einmal den Stadtgottesacker von Halle (Saale) betreten habt, dann nicht mehr.

Die Stadt Halle und ihre Umgebung… Nun ja, ich bloggte bereits darüber. Eine Perle in dieser Gegend zu finden, ist genauso möglich, wie eine in einer Muschel zu finden. Doch ja, es ist möglich.

Ende Oktober 2013 folgen wir auf der Suche nach einem Nachmittagsspaziergangsziel dem Tipp von aus Halle stammenden Freunden und machen uns auf den Weg. Die Sonnenstrahlen weisen uns denselben.
Als das Navi das Erreichen des Ziels verkündet, können wir das erst kaum glauben, denn unüberwindbar hohe Mauern umgeben den Stadtgottesacker vor Halle und verbergen ihn vor den Blicken des Vorbeihastenden. Hinter diesen Mauern sind Arkaden angebaut, in denen die Grüfte bekannter Hallescher Persönlichkeit liegen, wie vom Gründer der Frankeschen Stiftungen August Hermann Francke und dem Historiker Johann Christoph von Dreyhaupt.

 

Hund Chamandi hat den Gatten im Griff 🙂
Ab 1557 wurde der Gottesacker angelegt und ist damit ein recht seltenes Beispiel eines deutschen Renaissance-Friedhofs.
Die Stimmung dort zu beschreiben, fällt gar nicht so leicht. Durch die Abgeschiedenheit zwischen den hohen Mauern entsteht auf der überschaubaren Fläche eine märchenhafte eigene Welt, die ihre eigenen Geräusche zu scheinen hat, ihre eigene Luft; selbst auf dem Boden laufe ich, als liefe ich im Wald. Zwischen den Herbstsonnenstrahlen schweben die Blätter manchmal langsam herab, manchmal tanzen sie schnell zu ihren Freunden hinunter auf den schon dicht belaubten und wunderschön unaufgeräumten Boden.
Auf dem Gottesacker fühlen sich viele Tiere wohl, wie die nächsten Fotos zeigen.

 

 

 

 

Dass Studenten für ihren Universitätsprofessor einen Grabstein setzen lassen, mutet im 21. Jahrhundert so seltsam an. Damals, also im 19. Jahrhundert, war das jedoch üblich und – ehrlich gesagt – wundert man sich auf diesem Friedhof bald über gar nichts. „Gleiche Erde, andere Welt“ ist einer meiner Lieblingssprüche und auf diesen Fleck unseres Planeten umfänglich zutreffend.
Eine der seltenen modernen Grabbepflanzungsgestaltungen.
Moos überall.

 

Tempus fugit.

"Bin im Garten!"

Wenn Ihr hier klickt, kommt Ihr zum Online-Händler.
Der Buchhändler Eures Vertrauens hat es vielleicht sogar im Regal
oder bestellt es auch 🙂

„Endlich wieder Ruhe!“ wird sich der Gatte denken, denn drei Tage lang habe ich abends nach dem Zubettgehen neben ihm gelegen und beim Lesen fast ständig ein Lachen unterdrücken müssen. „Bin im Garten!“ von Susanne Wiborg ist das Buch für Gartenanfängerinnen. In kurzen Geschichten beschreibt sie, was einem so alles im Garten passieren kann – gieriger Giersch, rasant wachsende Rambler, riesig-fette Nashornkäferlarven.

„Auf seinen seltsam überdimensional und steif wirkenden gelben Beinen stakste er einfach einen Schritt seitwärts, ließ sich so würdelos ins besonnte Gras plumpsen wie ein sattes Haushuhn, spreizte die breiten, abgerundeten Flügel ab, legte sich halb auf die Seite und schloß behaglich blinzelnd die Augen. Da fehlte wirklich nur noch ein hallender Rülpser.“ schreibt Susanne Wiborg über den eigentlich pfeilschnellen, in diesem Fall aber meisenvollgefutterten Sperber.

Ja, der kleine Garten der Autorin taucht vor dem Leserauge auf, er wächst aus den Geschichten über Rosen und Quittenbäumchen zusammen zu einem grün-bunten Ganzen, zu einem Gartentraum. Eigentlich bräuchte es zur Untermalung dessen keine gedruckten Bilder, doch die wundervollen Graphiken am Anfang jedes Kapitels sind Rotraut Susanne Berners unverzichtbarer Beitrag zu diesem kleinen Kunstwerk.

Das Buch ist ein Geschenk – in meinem Fall im doppelten Sinne. Sylvia, ein besonders netter Gast unseres letzten Salongesprächs, brachte es zu diesem Anlass als überraschendes Geschenk mit. Ihr gebührt dafür mein wirklich inniger Dank! Und das Bändchen ist eben auch ein Geschenk, weil es viel Wissenswertes bereit hält, das Herz erfreut und mich sogar mal zum Weinen brachte, nämlich als es um „Kümmel“ ging.

Mehr möchte ich nicht verraten. Lest selbst!

Hruska, Heller, helle Freuden III (Schwarzer Bambus)

Nun also der nächste Post zum Gardino Botanico André Heller in Giardone Riviera am Gardasee.
Eigentlich sollte das der letzte sein, aber es gibt noch so viel Schönes zu zeigen.
Dabei wirken die Fotos, die ich Euch heute zeige, auf manche vielleicht sogar befremdlich. Im Giardino Botanico gibt es einen fast märchenhaften Wald aus schwarzem Bambus und in dem überschreitet man eine Brücke, auf der einen unvermutet Wasserstrahlen aus den Mündern zweier recht grauslig aussehender Köpfe treffen können.

 

 

 

 

Und dann eröffnet sich der Blick wieder auf das gewöhnte Grün, diesmal in beeindruckender Höhe:
Ciao!

 

Hruska, Heller, helle Freuden II

Heute nun also der zweite Post zum Giardino Botanico André Heller.

 

Die Azaleen standen im Mai in voller Blüte und waren in vielen Sorten im Garten vertreten.

 

Viel Pflege braucht es hier. Es gibt auch etwas Wechselbepflanzung, die bei unserem Besuch offensichtlich von Studenten übernommen wurde.

 

 

Immer wieder Wasser, um dieses üppige Grün gedeihen zu lassen.

 

Den nächsten Teil gibt es morgen.