Erst denken, dann säen!

Wenn man keine Ahnung vom Gärtnern hat, kann man sich viel Arbeit umsonst machen und damit wertvolle Zeit vergeuden. deshalb gilt auch beim Gärtnern: Erst denken, dann säen. Man könnte auch sagen: Erst lesen. Oder: Erst internetrecherchieren.

Dann findet man zum Beispiel heraus, dass das Aussäen von Kapuzinerkresse- und Wickensamen sehr viel erfolgreicher verläuft, wenn man das Saatgut über Nacht einweicht, bevor man es in die Anzuchttöpfchen gibt.

Gestern Abend sind sie dann also in ihr Nachtbad gehüpft, die Samen der Großen Kapuzinerkresse der Zwergwicke Cupid Pink (wird etwa 20 cm hoch), der Duftwicke Cupani (seit dem 17. Jh. bekannt) und der Duftwicke High Scent. Die Wickensamen stammen von der Firma „Keimzeit“, geschickt hat sie mir mit der niedlichen Hamsterkarte meine Freundin Ina. Auch Samen des Elfenspiegels „Masquerade“ waren in dem Päckchen enthalten.

Und jetzt geht es ab in die Anzuchtstation. Tschüss, Ihr Lieben!

Erstfrühling…

… heißt es, wenn die Forsythien blühen.

Den Strauch hab ich bei uns nicht fotografiert, dafür vorhin im Sturm das:

Persischer Blaustern / Hellblütige Sternhyazinthe 
Wird etwa 10 cm groß.

Polsterglockenblume. Hat sich schon wunderbar bestockt und 
fängt an, violett zu blühen.

Das Schwarze Johannisbeer-Stämmchen treibt auch schon aus.

Und die Pfingstrosen sind ebenfalls da.

Was ist das? Es blüht gelb, das weiß ich noch.

Auch, was das mal wird, kann ich mir nicht vorstellen.
Jetzt ist es ungefähr drei cm hoch.

Der Baldrian schießt nur so aus der Erde.
Er ist ziemlich dominant und bildet ziemlich viele Ausläufer.

Auf dem Kräuterbeet schmecken die Veilchen irgendeinem Tier.

Aus einer Schote, die vom letzten Jahr noch herumlag, wachsen kleine Wicken.
Meine Freundin Ina überraschte mich kürzlich zum Geburtstag mit diversen Samen von „Keimzeit“. Unter anderem waren in dem Päckchen Samen von Duftwicken und von Elfenspiegel. Danke, liebe Ina.
Da lassen die Holzbienen sicher nicht auf sich warten.

Im Lieblingskübel duften Duftveilchen und bilden mit ihrem Blau 
einen schönen Kontrast zum Narzissengelb.

Knospen der Bergenie

Schneiden oder nicht? Sah total abgestorben aus, die Clematis. Und nun?
Es ist die helle Freude. Verschnitten wir hier nix mehr!

Das Präsent einer ehemaligen Nachbarin. 
Man soll sich ja nicht für geschenkte Pflanzen bedanken…
Danke für den Gedanken 🙂 liebe Katrin!

Ein Blaustern…

Die Primel bekommt immer die Frühjahrssonne ab, bevor dann
eine hohe Herbstaster neben ihr emporwächst. Das scheint ihr zu gefallen.

Antworten aus Wien

Vor kurzem postete ich hier über die grüne Fassade des MA 48, des Hauses für Abfallwirtschaft in Wien. „Fassade mit Fragen“ hieß es damals Ende Januar in der Überschrift und selbige, nämlich die Fragen, stellten sich mir nach der Internetrecherche zu diesem Thema reichlich. Irgendwann fasste ich den Mut, an die Universität für Bodenkultur in Wien zu schreiben, die das Fassadenprojekt von Beginn an wissenschaftlich begleitet, um dort Antworten zu finden.

An einem Freitag Mittag schrieb ich einer Mitarbeiterin, die ich durch Googeln herausgefunden habe – sie heißt Vera Enzi -, meine Fragen. Völlig perplex war ich, als ich nur wenige Stunden später eine Zwischenantwort von einer offensichtlich gut gelaunten Frau erhielt, die in keinster Weise missmutig war, weil ich im World Wide Web so über diese grüne Fassade herummoserte. Im Gegenteil – sie bot mir sogar an, mir ihr zu skypen, was ich leider nicht wahrnehmen konnte, da sich unsere Arbeitszeiten so ziemlich gleichen.

Ich versuche mal, aus dem doch intensiven Mailverkehr die wichtigsten Informationen herauszufiltern und sie meinen Fragen zuzuordnen. Los geht’s!

Ist der Wasserverbrauch von 1,8 Kubikmetern pro Tag für die Wasserversorgung der Pflanzen gerechtfertigt?
Das sei der Wasserverbrauch an einem Sommertag während einer Hitzwelle und damit also ein absoluter Höchstwert, so Vera Enzi. Positiv ist, dass die Pflanzen tatsächlich nur soviel Wasser erhalten, wie sie verbrauchen können, das heißt also, ganz unten kommt nichts heraus und Passanten behalten trockene Köpfe 🙂 Man nennt dies „bedarfsorientierte Bewässerung“. Beeindruckend ist natürlich die sogenannte Transpirationsleistung der Gesamtfassade, die etwa der Leistung von 70 Klimakühlgeräten bei einer achtstündigen Betriebsdauer und einer Leistung von 3.000 Watt pro Gerät entspricht.

Warum hat man nicht auf das seit den 1980er Jahren bewährte Konzept zur Fassadenbegrünung des Franzosen Patrick Blanc zurückgegriffen? Die Bepflanzung erscheint bei ihm homogener, der Dämmeffekt dürfte der gleiche sein.
Nachdem ich mir das Pressefoto der MA48 von der Wiener Stadt-Homepage geladen habe, bin ich davon ausgegangen, dass ich dort einen Frühlings- oder Sommerzustand sehe. Das Foto zeigt jedoch die Situation direkt nach der Pflanzung 2010 (spricht m. E. für den Handlungsbedarf der Pressestelle), in dem die Aluminiumbehältnisse immer deutlich zu sehen sind. Laut Vera Enzi – und auch der unten verlinkte Artikel zeigt das – ist die Begrünung später (jahreszeitenabhängig) homogener geworden.

Was Patrick Blanc angeht, hat sich Frau Enzi sehr zurückhaltend geäußert, was ich als Wissenschaftlerin (auf einem anderen Gebiet) verstehen kann. Dieses Aufeinandergehaue mancher Wissenschaftler geht mir ziemlich ab.
Nur soviel: Die Bepflanzung, die Herr Blanc auswählt, würde in unseren klimatischen Breiten wahrscheinlich den Jahreslauf nicht überstehen, sondern ist eher für tropische Breiten gedacht, wo eine hohe Luftfeuchte herrscht und Pflanzen oft sogar ohne Erde wachsen. Blancs System ist nicht frostsicher und verfügt über keine Wasserrückhaltung, ist zudem kostspielig in der Anschaffung. Damit ist schon klar, dass Blancs Konzept vielleicht in Mitteleuropa in Innenräumen umsetzbar ist, aber eben dort schwer im Außenbereich.

Die Pflanzenauswahl an der MA48, so hat mir Vera Enzi erläutert, orientiert sich an einer trockenen Blumenwiese. Selbst aussäende und ausdauernd krautige Pflanzen, robuste Pflanzen mit geringem Pflege- und Düngeaufwand wurden deshalb gewählt.

Wenn die Wiener so lange über die Art der Fassadenrenovierung gegrübelt und diskutiert haben, warum haben sie nicht einen gebäudeeigenen Gaszähler installieren lassen, um die langfristigen Wirkungen auf die Energieverbräuche erfassen zu können?
Dies war offenbar in der wissenschaftlichen Begleitung bisher nicht vorgesehen, steht aber zukünftig durchaus auf der Agenda.
Aus eigener Erfahrung kann ich hier anmerken, dass man Geld investieren muss, um Geld zu sparen. Meine Heimatstadt nimmt seit einigen Jahren am European Energy Award® teil und musste einen straffen Maßnahmenplan erfüllen, um den Preis zu erhalten. 2012 hat es mit dem Goldstatus geklappt, aber das nur am Rande. Als unsere Hausmeister jeden Monat die Energieverbräuche in den städtischen Gebäuden erfassen sollten, fragten sich am Anfang fast alle (auch ich), was das soll und ob das nicht unnötiger Aufwand wäre und überhaupt – wozu das Ganze? Doch genau diese dichte Datenerfassung ermöglicht das Aufdecken von Energie- und Wasserlecks, das Finden von Ansatzpunkten zu Einsparmöglichkeiten und das Sammeln von Argumenten zur Rechtfertigung von energetischen Sanierungen. Weiter ausholen möchte ich hier nicht, das würde zu weit führen. Kurz und gut: Ich plädiere weiterhin für den Gaszähler 🙂

Eine im Mailverkehr vom Gatten eingeworfene Frage nach eventuellen Kältebrücken beantwortete Vera Enzi auch locker vom Hocker, denn da die Aluminiumbehältnisse mit Abstandshaltern montiert sind, entsteht eine „Hinterlüftungsebene“, durch die derartige Probleme vermieden werden. Sehr wichtig sei natürlich die fachgerechte Montage der Befestigungen an der Fassade, was durch ein „aktives Qualitätskontrollmanagement während der Bauphase unterstützt“ wurde.

Meine beiden letzten Fragen zum Thema Aluminium fasse ich mal zusammen.
Die Herstellung von Aluminium ist wegen der damit verbundenen Schädigung der Umwelt sehr umstritten, so entstehen beim Abbau des Erzes Bauxit Rotschlämme, für die Schmelze wird enorme Energie benötigt. Warum hat man in Wien ausgerechnet auf dieses Material zugegriffen? 
Warum hat man Kräuter in die Aluminiumgefäße gepflanzt? Die Giftigkeit des Materials wird international diskutiert. Es besteht also sogar eine latente Gefährdung der Mitarbeiter, wenn diese sich beispielsweise für ihren Mittagspausensalat ein paar Kräuter zupfen würden.
Dau merkte Vera Enzi an, dass 2009, als die Fassade(nverkleidung) angebracht wurde, noch gar nicht über die Schädlichkeit von Aluminium diskutiert wurde. Damit hat sie recht, denn obwohl es von Wissenschaftlern schon vorher Studien zu eventuellen Zusammenhängen zwischen der Alzheimer-Krankheit und dem vorherigen Kontakt zu Aluminium gab, fanden diese erst in den letzten Jahren ihren Weg in die breitere Öffentlichkeit.
Frau Enzi schrieb mir von den Beweggründen der bauausführenden Firma, sich für Aluminium zu entscheiden, die mit der Leichtigkeit des Materials, den vergleichsweise geringen Kosten und der Rostfreiheit nachvollziehbar sind. Für die MA48-Fassade wurde ein Recycling-Materialanteil von 60 Prozent erreicht.
Heute werden für diese Art der Fassadenbegrünung meist Edelstahl-Behältnisse verwendet.

Da es sich bei der Pflanzenauswahl um Wildstauden handele, die eh nicht zum Verspeisen gedacht wären, würde also keine Gefahr der Vergiftung bestehen, zumal das MA48 an einer Hauptverkehrsstraße liegt. Völlig richtig schrieb mir Frau Enzi dazu „Sie würden ja auch keinen Autobahnsalat ernten.“ Wie wahr!
Interessant die Nebeninformation von Frau Enzi: Die Uni für Bodenkultur untersucht, inwieweit sich Schwermetalle und Feinstäube an Pflanzen ablagern und wie Wettererscheinungen diese Ablagerungen beeinflussen können.

Ergänzend zu ihren Ausführungen schickt mir Vera Enzi noch einige Links mit:
– ein ausführlicher Artikel mit ersten Messergebnissen in der Zeitschrift „Wettbewerbe“
Leitfaden zur Fassadenbegrünung
– kurzer Online-Artikel zur berankten Fassade des Physikgebäudes der Humboldt-Universität

Übrigens stieß ich auf der Homepage der Stadt Wien auch darauf, dass die Stadt eine finanzielle Unterstützung zur Begrünung von Innenhöfen gibt. Toll, oder? Wie hoch wohl der Grünflächenanteil im Stadtgebiet ist, wenn solche Förderprogramme aufgelegt werden???

überlegt sich
Eure Füchsin

    Februapril

    Bei sonnigen 10 Grad Celsius habe ich heute Frühjahrsblüher gepflanzt und die letzten Stauden zurückgeschnitten, Wäsche aufgehängt und mit dem Hund herumgetollt.
    Bei bedecktem Himmel dann noch schnell ein paar Fotos gemacht:
    Die Primel in der Schale stammt noch aus dem letzten Jahr und hat uns mit ihren Blüten während des Januars erfreut. Nun hängen die Blätter.
    Gestern mussten die blauen Hornveilchen den Gartenmarkt verlassen und in den Fuchs’schen Garten umziehen 🙂
    Diese Primelfarben sind doch herrlich, oder? 
     Zu den Schneeglöckchen gesellen sich also schon die Tulpen.
    Hoffentlich schneit es nicht nochmal wie vor einem Jahr.
    Plötzlich fing es dann vorhin an zu hageln und dann gab es einen regelrechten Platzregen, so dass gleich wieder die Pfützen standen. 
    Das ist ja wie im April!
    Auf dem Weg steht der kranke Buchs. Ihn hat nicht der Zünsler besiegt, sondern wahrscheinlich ein Pilz. An seiner Stelle wächst nun ein „Eonymus japonicus ‚Microphyllus Aureovariegatus'“, also ein Japanischer Spindelstrauch (2. von links).
    Die Gestelle aus den Latten sollten eigentlich verhindern, dass Hund Chamandi die Buchsstecklinge zertritt. Doch das Tier ist gänzlich unbeeindruckt und gleitet wie eine Limbotänzerin unter den Hölzern durch. Dafür stolpert mindestens einmal monatlich garantiert irgendein Mensch über die Teile. Sie müssen also weg.
    Auch noch ein Projekt für 2014.
    Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!
    Eure Füchsin

    Run, Rose, run!

    Früher sagte man zu einem Erfolgsprodukt „Das ist ein Renner!“

    Unser Renner, ja so vereinnahmend bin ich mal, ist die Rose „Herzogin Christiana“. Eine Neuzüchtung aus der Parfuma-Serie von Kordes, über deren Taufe in meiner Heimatstadt ich im vergangenen Jahr hier gebloggt habe.

    Die Lokalredakteurin hat nun recherchiert und herausgefunden, dass seit August letzten Jahres 10.000 Stück der „Herzogin Christiana“ verkauft wurden. 10.000 Stück! Ist das nicht ein Wahnsinn? Na klar, die Rose ist suuuuuperschön, ihr Duft betörend und ihre Gesundheit überzeugt jeden Gärtner. Aber 10.000 Stück – damit habe ich nicht gerechnet. Das hat mich sozusagen regelrecht geflasht.

    Weniger erfreulich ist dagegen, dass sich vor Ort tatsächlich kein Händler findet, der die Rose verkauft. Also blühen in meiner Heimatstadt erst einmal nur die 40 Rosen im Rosengarten und vielleicht noch ein paar in Privatgärten, von denen ich allerdings nichts weiß. Der Bürger meiner Heimatstadt muss demnach weit fahren, um für seinen Garten eine „Herzogin Christiana“ zu erwerben oder er muss online bestellen. Seltsam, oder?

    Mal sehen, wie es sich entwickelt mit der Christiana. Hoffentlich findet sie ihren Weg noch in viele europäische Gärten.

    Run, Rose, run!

    Winterliche Grüße

    Endlich schauen die Schneeglöckchen richtig heraus. 
    Aufgeblüht sind sie zwar noch nicht, aber es ist wie in jedem Jahr eine Freude, sie so zu sehen.
    Ein paar Kirschkerne liegen auch noch herum 🙂
    Und hier guckt schon der Schnittlauch. 
    Kräftig bohrt er sich durch den zufällig entstandenen Winterschutz aus Ahornnasen.
    Daneben wächst natürlich… Unkraut.

    Heute sind hier übrigens 13 Grad Celsius. Und das am 7. Februar.