Mörder und froh drüber

Ja, der Gatte und ich sind Mörder. Und wir sind froh drüber! Noch vor dem Aufbringen des zweiten Gifts haben wir festgestellt, dass keine Zünslerraupen an den Buchsis zu finden ist. Bi 58 hat demnach geholfen. Die Amseln und Spatzen in unserem Garten leben zum Glück auch noch.

Nun gilt es, den Buchs in den nächsten Wochen im Auge zu behalten. Der Zünsler taucht wohl bis zu drei Mal im Jahr wieder auf. Wenn also in der Nähe ein Gartenbesitzer nichts gegen den Befall tut, kann ein Falter erneut Eier auf unserem Buchs ablegen. Dann geht das Spielchen von vorn los. Zumindest aber die versehentlich eingeschleppten Zünsler im geschenkten Buchs haben wir eliminiert.

An dieser Stelle muss ich Euch aber darauf hinweisen, dass Bi 58 echt saugefährlich und eigentlich nur von Profis zu verwenden ist. Also lieber mal den freundlichen Schädlingsbekämpfer aus dem Heimatort bemühen…

Schönes Wochenende!

Darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Zünsler, Buchsbaumzünsler.
Ich bin eine fiese asiatische Raupe, die im Winter in von nichtsahnenden Arbeitskolleginnen der Gartenbesitzer geschenkten Riesenbuchsbäumen lauert und beim ersten Sonnenstrahl anfängt, sich zu bewegen und die Buchsblätter aufzufressen. 
Weil ich zudem eine nimmersatte Raupe bin, mache ich mich alsbald auch über das Gehölz des Buchsbaums her und futtere mich so fett und den Buchs kaputt.
Die Gartenbesitzer haben schon versucht, mich blöde Raupe mit Bi 58 zu vergiften, in dem sie dieses Gift auf die Buchsbäume sprühten und diese dann mit blauen Müllsäcken verhüllten.
Nach drei Tagen nahmen sie die Säcke ab und ich lachte sie an. Unter dem Sack war es so schön warm und ich habe mich richtig wohlgefühlt.
Die Frau, die den Blog hier schreibt, möchte den Buchs am liebsten verbrennen und mich und meine Kollegen wohl gleich mit. Der Mann von der Frau, die den Blog hier schreibt, hat heute ein weiteres Gift geholt, um mich zur Strecke zu bringen. Die Frau schweigt und denkt an das Gift, das es bisher in ihrem Garten nicht gab und die Vögel und die Frösche, die das Gift vielleicht auch fressen.
Und das alles wegen mir, der fiesen asiatischen Raupe.

Die Tage des Gärtners

272 Seiten, grün eingebunden, modern illustriert von Nils Hoff – Jakob Augsteins „Die Tage des Gärtners – Vom Glück im Freien zu sein“ (Hanser). Meine liebe Freundin Ina hat mir das Buch zum  Geburtstag geschenkt – vielen Dank dafür!

Es ist kein eigentliches Gartenbuch. Ein Stichwortverzeichnis erleichtert die Suche, wenn der Leser tatsächlich etwas über eine Pflanze wissen möchte, da das Werk nicht nach Pflanzenarten oder wie die üblichen Gartenbücher aufgebaut ist. Jakob Augsteins Herangehensweise, das Buch nach den vier Jahreszeiten zu gliedern, scheint logisch. Nachdem ich angefangen hatte es zu lesen, habe ich tagelang überall seine Weisheit verbreitet, dass der Herbst die Jahreszeit der Gärtner ist, der Frühling dagegen die der Gartenzentren, die es uns gerade andersherum plausibel machen wollen. Ich habe zwar keine Ahnung vom Gärtnern, aber Herr Augstein hat in diesem Punkt wohl recht! Seine Kapitelbezeichnungen, wie „Frösche“ und „Immergrün“ dienen nur zur Groborientierung.

Was mich bei diesem Buch störte, waren Augsteins Abschweifungen in Philosophie, Weltgeschichte, Allgemeinwissen. Jaaaa, Sie wissen viel (klar, bei dem Nachnamen, diesem Vater, der Familie!), aber müssen Sie denn dem Leser das alles unter die Nase reiben? Das soll dazu reichen.
Trotzdem lohnt es sich, das Buch zu lesen. Wenn Augstein seitenweise über Geranien, Hortensien und Funkien schreibt – am Ende des Buches schwingt er sich nochmal richtig auf! – dann weiß man wieder, warum man das Buch doch weiter empfiehlt. Sogar richtig amüsant wird es, wenn er beschreibt, wie er dem Giersch den Garaus machte oder wie man sich mit welchen Pflanzen am besten berauscht.

Seine vielen Hinweise auf Pflanzen – durchaus sympathisch von seiner selektiven Wahrnehmung geprägt – erschließen sich dem Laiengärtner nur durch weitergehende Recherche in anderer Literatur und im Internet. Das finde ich aber in Ordnung, „Die Tage des Gärtners“ ist schließlich kein Bilderbuch und eben kein klassischer Ratgeber, macht dafür neugierig auf diese Pflanzen und ehrlich gesagt würde ich auch gerne mal Augsteins Garten sehen.

Wie das Leben endet auch das Buch – mit dem Tod. Für mich sehr berührend beschreibt Jakob Augstein, wie er in einem strengen Winter seine Fische verlor, obwohl er doch einen extra tiefen Teich für sie angelegt hatte. Leider war das Eis so dick, dass kein Licht mehr an die Wasserpflanzen drang und dann nahm das Elend seinen Lauf. Das Gute an diesem Buch ist aber auch, dass Augstein klarmacht, wie sehr eben die Vergänglichkeit zum Garten gehört. Die bitteren Monate Januar und Februar lassen uns Gärtner immer wieder gemeinsam leiden, bevor wir uns dann gemeinsam über jede grüne Triebspitze freuen.

Passend dazu die lieben Worte der Buch-Widmung von Ina:

„Aufs Wachsen & Gedeihen
Aufs Hegen und Pflegen.
Alles Gute!“

Ein Veilchen auf der Wiese stand

Da kam der Gatte, pflückte es und erbat sich von mir die Zubereitung von
Veilchenzucker.
Veilchen sammeln und auf eine durchlässige Unterlage betten.
Sorgfältig durchtrocknen lassen. Geduld, Geduld.
 Sanft mit Zucker mischen und…

…in eine Küchenmaschine befördern.

Huh, jetzt dreht’s ganz gewaltig.

Durchsieben, damit die Kelchblätter nicht mit in den Zucker gelangen.

Abfüllen.
Wie Ihr seht, hat man nicht viel Ertrag. Es ist allerdings nicht viel Aufwand, diesen Veilchenzucker zuzubereiten und der Duft ist herrlich, einfach unbeschreiblich.

Farbenrausch

Neues Gartenkonzept: Vier Farbabteilungen auf dem langen Beet. Blaue Stunde. Pretty in Pink. Wolkenweiß. Sonnengelb. Dabei stehe ich doch gar nicht auf Pink und Gelb. Ausgerechnet in diesen Farben gibt es nun aber allerlei Gewächse und viele sind sogar schön oder originell oder beides.
Die Entscheidung für den Farbenrausch ist also endgültig. Für diese Saison. Nun gilt es, das Vorhandene mit neu Erworbenem, Geschenktem und im Schuppen Gefundenem so in die Erde zu bringen, dass vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein immer etwas blüht.

Jetzt blüht:
Jasmin

Stiefmütterchen

??? Erst gekauft und doch schon wieder den Namen vergessen.

 Blaues Gänseblümchen 
 Eine Art Vergissmeinnicht 
Auch hier muss ich nochmal den Namen checken.

 Was ist das? Wächst am Grab unseres alten Merlin-Hundes
und sieht soooo zauberhaft aus.
 Doppelhörnchen/Elfensporn (Was für ein Name!)
 Akelei
  Doppelhörnchen/Elfensporn

 Grasnelke
  Doppelhörnchen/Elfensporn
 Primel

 Stiefmütterchen
Stiefmütterchen

 Husarenknopf


Wir sind im Farbenrausch!

Es ist ein Kraut gewachsen!

Wisst Ihr, das Wichtigste in einem Garten sind eigentlich die Kräuter. Sie helfen gegen allerlei Leiden, würzen fast alle Speisen und schauen im besten Falle auch noch hervorragend aus.
Deswegen war ich auch überglücklich, dass der Waldmeister wieder erschienen ist.
Schaut mal…
Er enthält Cumarin (das macht ihn in großen Dosen etwas gefährlich) sowie Gerb- und Bitterstoffe.
In der richtigen Menge würzt er Bowlen und Limonaden.
Auch die Veilchen eignen sich wunderbar zum Verfeinern von Limonade oder Sekt. 
Für Veilchenzucker einfach 30 g getrocknete Veilchenblüten mit 100 g Zucker mischen und in der Küchenmaschine zerkleinern. 
Nicht so farbintensiv, aber wohlschmeckend, heilend bei Lungenleiden und im Beet als Polster eine Augenweide – der Feldthymian. Für Duftpfade im Garten ist er der perfekte „Belag“.
Der gelbe Verwandte ist der Zitronenthymian. Reibt man die Blättchen zwischen zwei Fingern ist schnell der typische Geruch bemerkbar. Fischgerichte und Obstsalate gewinnen durch den Einsatz dieses Heilkrauts.
Ganz unscheinbar sieht der Liebstöckel noch aus. Im Jahreslauf wächst er auf eine erstaunliche Größe heran und seine Stängel werden bis zu vier Zentimeter dick. Kocht man mit Liebstöckel (ich benutze ihn am liebsten getrocknet), kann man die Verwendung von Salz sparen. 

Ganz winzig ist auch noch die Pfefferminze. Erfrischend wirkt sie in kubanischen Mixgetränken, aber auch in Limonade. Ein großes Glas Tee am Abend macht glücklich! Dafür kann man frische Blätter nehmen, aber man sollte im Sommer stets viele Blätter ernten und trocknen, um über den Winter zu kommen.

Auch er hat es ohne zu Murren über den Winter geschafft und – wie berichtet – dann sogar als Vogelfutter gedient: der Salbei vom Opa Martin. Als nächstes möchte ich mal Rote-Beete-Gnocchi in Salbei-Butter kochen.
Schönen Sonntag noch!